Chinesenstadt

Nach einem vorweihnachtlichen Wochenende mit Plätzchen, Glühwein und Grillwurst bei 23 Grad, gab es heute einen Temperatursturz. Bei 12 Grad und Nieselregen ist dann auch hier endlich Winterfeeling angesagt. So langsam erkennen wir die Schattenseiten der riesigen (undichten) Fenster in unserem Haus. Es ist schon ganz schön zugig und die Fußbodenheizung hat zu kämpfen. Aber endlich dürfen wir die dicken Pullis, Socken und Wintermäntel rausholen und uns gemütlich auf die Couch kuscheln. Heute hab ich zum ersten Mal an einer Führung durch ein Shanghaier Stadtteil teilgenommen. Zusammen mit einer netten Truppe ging es durch die Gassen der „Altstadt“ von Shanghai. Hier leben die meisten Menschen noch wie vor 100 Jahren in kleinen heruntergekommenen Häuschen. Der Kontrast zu der sonst so fortschrittlichen Metropole ist riesig und so wundert es kaum, dass das ganze Viertel wohl bald abgerissen werden soll, um neuen, modernen Wohnungen Platz zu machen. So schade, denn es ist einfach ein Stück Kultur. Doch so läuft das hier in China. Die Regierung beschließt etwas, die Menschen werden informiert und fügen sich dann ihrem Schicksal. Die Menschen die noch hier wohnen, werden wohl nach und nach umgesiedelt.

Leider ließen sich gar nicht alle Eindrücke festhalten. Wie so oft in Shanghai wirkt alles wie ein riesiges Wimmelbild mit vielen versteckten Details zum Schmunzeln und nachdenken. Macht Euch selbst ein Bild!

In den zahlreichen kleinen Lädchen gibt es ein buntes Angebot. Jeder scheint jeden zu kennen.

Zähne putzen am Straßenrand ist keine Seltenheit. Die meisten Häuser verfügen hier über kein fließendes Wasser und so gibt es überall Gemeinschaftswaschbecken.

Gerne hätten wir überall etwas probiert, aus den winzigen Küchen duftete es verführerisch.

Die Zufriedenheit der Menschen ist nicht zu übersehen und auch hier darf der Pyjama als Ausgehkleidung nicht fehlen. Am Straßenrand stehen überall Stühle und bei gutem Wetter sitzen dort die Alten und freuen sich ihres Lebens.

In einem ehemals schwimmenden Markt gibt es auch heute noch alles von frischen Nudeln, Meeresfrüchte, Fleisch und sonstiges vom Tier. Ich möchte nicht wissen, wie es hier im Sommer riecht🤔

Am Ende bekommen wir noch exklusiven Zutritt zu einem alten Familienanwesen. Hier finden sich unglaublich schöne Schnitzereien und Holzarbeiten und hinter jeden Ecke wartet ein Relikt aus der Vergangenheit. Die alte Dame wohnt dort alleine und wacht über ihren Besitz.

Vollgeladen mit vielen tollen Eindrücken von einer ganz anderen Seite der Stadt geht es für Lina und mich wieder nach Hause, denn heute wird wieder chinesisch gelernt 👍🏻

Hohoho

Grade mache ich mal Pause vom Tag und genieße einen Kaffee in der Sonne mit mir selbst. Herrlich, diese Momente in denen man mal nur für sich ist, nach keinem Kind schauen muss und einfach mal nichts tun kann. Aufgrund meiner Rückenschmerzen ist an Sport grade nicht zu denken (kurzes Update: der Physio macht interessante wundersame Dinge aber die Ursache konnte er noch nicht beheben, scheint eine längere Freundschaft zu werden 🙃).

Der Herbst ist golden und verwöhnt uns grade mit viel Sonne und Temperaturen um die 20 Grad. Gleichzeitig rückt aber auch das Jahresende immer näher, im Starbucks dudeln Weihnachtslieder und im Kindergarten überschlagen sich die Ereignisse. Von St. Martin über Plätzchen backen und Weihnachtsbasar.

Kaum zu glauben, es weihnachtet sehr 🎅🏻.

Obwohl die Chinesen selbst kein Weihnachten feiern, haben sich viele westlich ausgerichtete Geschäfte voll darauf eingestellt. Und langsam macht auch die Weihnachtsdeko, die oft einfach das ganze Jahr in den Fenstern klebt, wieder Sinn. Letzte Woche auf dem Flower Markt war ich völlig überfordert mit der Auswahl an Dekoration und den Weihnachtsliedern in den Shops. Als ob man durch eine Zaubertür in eine weihnachtliche Schneekugel einsteigt 😄 unfassbar, ich habe nichts gekauft aber ich muss dort nochmal hin!

Für nächstes Jahr haben sich ja schon so einige Besucher angemeldet und wir freuen uns riesig euch zu zeigen, wo und wie wir hier leben. Es ist doch vieles so ganz anders. Dazu müssen wir natürlich selbst erst mal schöne Locations ausprobieren. Letzte Woche konnte ich mit Freundinnen ein Mädelslunch in einem Restaurant im Flaschenöffner organisieren. Das war mega beeindruckend und kommt definitiv auf die „Must do Liste“.

Oben

Endlich haben wir es mal auf einen der berühmten Türme geschafft. Phillips Kollege wohnt mit seiner Familie direkt zwischen den Towern und zusammen haben wir heute die andere Flussseite Pudong und den Oriental Pearl Tower erkundet.  Er ist mit einer Höhe von 468 Metern der derzeit dritthöchste Fernsehturm Asiens und der fünfthöchste der Welt (Quelle: Wikipedia).

Es ist immer wieder faszinierend in was für einer Stadt wir hier leben. Aus jeder Perspektive und zu jeder Tageszeit sind die Tower einfach beeindruckend.

Nach einem Spaziergang am Fluss, gab’s noch lecker Essen aus den vielen verschiedenen kleinen Küchen, die hier an jeder Ecke zu finden sind.

Krankenhaus chick

Jaja, wir werden alle nicht jünger. Da bin ich grade dabei den letzten Schwangerschaftsüberbleibseln an den Kragen zu gehen, wache ich am Montag auf und fühle mich wie eine alte Oma. Bei jeder Bewegung schießt ein unangenehmer Schmerz durch meinen Rücken. 🤔 da habe ich wohl den Kinderwagen einmal zu viel in den Kofferraum gehoben. Naja, irgendwie komme ich über den Tag und am Abend mache ich ein Paar Rückenübungen- dann wird’s schon wieder gehen, dachte ich…Pustekuchen. Da liege ich wie ein Käfer auf der Yogamatte und heule wie ein Schlosshund. Ich komme nicht mehr hoch🙈 Unsere Ayi Ping und Phillip waren sichtlich verunsichert und Ping holt mir sogar chinesische Wärmepflaster mit Tigerbalsam aus der Apotheke.

Gestern bin ich dann doch mal zum Arzt und das war dann auch gleich mal ein Erlebnis.

Das Krankenhaus (einzelne Arztpraxen gibts hier nicht) ist grade in ein neues Gebäude gezogen und alles ist noch ganz neu. Hier sind alle Fachrichtungen unter einem Dach. Vom Zahnarzt über Frauenarzt, Kinderarzt und neben allem anderen auch Orthopäden ☺️ Alles ist perfekt organisiert. Per Anruferkennung wusste die Dame am Telefon schon wer ich bin, als ich den Termin ausgemacht hatte. Die Bestätigung erhielt ich gleich als persönliche Nachricht auf mein Handy.

Vom Empfang wurde ich direkt ins Behandlungszimmer geführt, durfte einen wirklich hübschen Kittel und Hotelschlappen anziehen und bekam sogar ein Täschchen für meine Klamotten.

Bald wusste ich auch, wofür die modischen Accessoires gut sind. Mein netter nepalesischer Arzt hat mich natürlich untersucht und mir dann erst mal seinen WeChat Kontakt gegeben- zum follow up- willkommen in China 😉

Nach der Behandlung musste ich dann einmal durchs ganze Haus spazieren (im Kittel mit Täschchen und Schlappen natürlich). Vom Behandlungsraum zum Service Desk um einen Physio Termin zu bekommen, vom 3 OG ins 1. OG zum Röntgen, dann ins EG in die Apotheke und zum Zahlungsschalter. Eine richtig kleine Behörde dieses Krankenhaus aber wirklich gut organisiert. Fast wäre ich im Kittel wieder ins Taxi nach Hause gestiegen- in China kein Problem ☺️ Neben einer Tüte voller Schmerzmittel bekam ich das Röntgenbild und den Befund heute vom Arzt persönlich als WeChat Nachricht – ganz einfach. In Deutschland natürlich undenkbar, denn Datenschutz hat hier keine Bedeutung 🙃

In diesem Sinne bleibt gesund!

Kein Entkommen 🎃

Kaum ist das letzte Oktoberfest gefeiert, beginnt in Shanghai die Halloween Saison. Spätestens Mitte Oktober war uns klar, dem Halloween Hype werden wir hier nicht entkommen. Jedes Restaurant und jede Kneipe und auch jeder Compound feiert seine eigene Halloween Party. Auf Taobao (das chinesische Amazon) findet man alles was dazu gehört. Von Kostümen über Häuserdeko, Spinnen, Zombies etc. Man könnte problemlos den Vorgarten in eine Geisterbahn verwandeln.

Wir entscheiden uns erst mal für den klassischen Riesenkürbis und Vincent hatte Riesenspass beim aushöhlen und schnitzen.

Leider haben wir nicht bedacht, dass er bei Temparaturen um 25 Grad schneller fault als uns lieb ist und so musste an Halloween am Ende Plastikgemüse herhalten.

Am 31.10. trafen wir uns nachmittags erst mal bei einer Nachbarin, um unsere Kostüme auszuführen, bevor alle gemeinsam in unser Clubhaus pilgerten.

Denn hier wurde ein Bonbonregen versprochen. Tatsächlich ließ das Compoundmanagement Kamelle vom Himmel fallen 🎃🍭🍬Mir tut jetzt noch der Kopf weh von dem ein oder anderen Bonbon was ich abbekommen habe 🙃

Das war der Startschuss und die komplette Nachbarschaft und eine riesen Meute Kinder gingen nun gemeinsam von Haus zu Haus. Die Frage „trick or treat“ wurde sich gespart. Statt dessen wurden die Häuser gestürmt. Da wir gleich das zweite Haus auf der Strecke waren, haben wir noch den Fehler gemacht und die Tür geöffnet 🙈 Keine zwei Sekunde später stürzte sich ein Mob aus kleinen Geistern, Fledermäusen, Hexen und Superhelden in den Eingang und auf die plötzchlich winzig klein wirkende Salatschüssel mit Süßigkeiten 👻 so ähnlich muss eine Raubtierfütterung ablaufen… zum Glück war der Spuk dann so schnell vorbei wie er gekommen war und als Vincent mit seinen Errungenschaften wieder kam, war die Schüssel wieder voll 😄

Letzte Woche waren wir noch im Deutsch/österreichischen „Zeitgeist“ Biergarten (leider an einem kalten Tag). Natürlich auch im Helloweenmotto. Eine schöne Location, wenn man mal Lust auf Kaiserschmarren und Schnitzel mit Hüttenfeeling mitten im Großstadtjungel hat.

Wie die Mutter zum Pferd wird

Mein Alltag strukturiert sich so langsam. Montag ist Fahrer- und damit Ausflugstag, Donnerstags gehe ich zu einem Sportkurs und seit letzter Woche nehme ich 2x die Woche chinesisch Unterricht. Natürlich lässt sich das Programm noch steigern, doch ich habe ja schließlich auch noch Elternzeit und damit auch 2 Kinder die meine Aufmerksamkeit 24h/7 erwarten (🤔das ändert sich wohl auch nach der Elternzeit nicht). Da möchte ich es mit festen Terminen mal nicht übertreiben. Schließlich muss für Mutti Dates und Sightseeingtouren ja auch noch Zeit sein ☺️

Meine chinesisch Lehrerin heißt Huanhuan und kommt zu mir nach Hause. Sie ist zurückhaltend aber sehr nett und muss oft lachen, wenn ich verzweifelt versuche, die Worte richtig zu betonen, bzw. zu singen. Teilweise komme ich mir wie in einer Musikstunde vor 🙈 Mandarin ist wirklich sauschwer und so ganz anders als jede Sprache, die ich bisher versucht habe zu lernen. Das schlimmste ist, dass die richtige Aussprache und Betonung immens wichtig ist und man schnell mal was völlig anderes sagt als geplant. Man kann einen Vokal lang und hoch betonen, von oben nach unten, von unten nach oben, nach oben-unten-oben (in einem Buchstaben 🙃) und -wer hätte das gedacht – ganz ohne Betonung 🤣 So kann das Wort „ma“ je nach Betonung Mutter, Pferd oder betäuben bedeuten 🙈 Da freut man sich manchmal, wenn man etwas in der Landessprache fragen möchte und ist dann schnell ernüchtert weil einen das Gegenüber so gar nicht versteht…Phillip nimmt ja schon länger Unterricht aber hat das schon oft erlebt. Was soll’s, so leicht lasse ich mich nicht abschrecken, schließlich haben wir ja Zeit ☺️ Wir fangen mal mit den Zahlen an. Selbst eine Zahl mit den Fingern zu zeigen, kann zu Verwirrung führen, denn hier werden andere Finger und Zeichen zum zählen benutzt. In manchen Fingern habe ich garnicht so viele Muskeln um sie zu heben.

Theoretisch habe ich die Zahlen bis 1000 gelernt aber ich wette, ich würde sie nicht verstehen, wenn mir jemand am Marktstand den Preis nennt. Dazu kommt in Shanghai noch ein starker Dialekt – das ist erhöhte Schwierigkeitsstufe ☺️

Nach 2h Mandarin Betonungsübungen raucht mir der Kopf. Noch anstrengender macht es, dass ich mir immer erst das chinenglisch von Huanhuan im Kopf übersetzen muss, um zu verstehen was sie mir sagen möchte. Heute hat sie mir zum leichteren Verständnis einen Zettel in die Hand gedrückt, wo die Aussprache auf deutsch erklärt wird 🤣 was bitte ist ein „stimmloser, palataler Frikativ 🤔

Ich bin gespannt auf unsere sprachlichen Erfolge in der Zukunft 😉 in diesem Sinne

Food walk

Diese Woche war ich einen Tag mit meiner chinesischen Freundin Xiaoying unterwegs in down town. Ich liebe Ausflüge mit ihr, nicht nur weil sie ein toller Mensch ist, sondern weil ich mit ihr auch immer neue Ecken dieser aufregenden Stadt entdecke. Um nach down town zu fahren, nutze ich meistens die Tage, an denen ich meinen Fahrer habe. Mit der Metro ist das mit Kinderwagen alleine einfach zu blöd und mein Fahrer soll ja auch nicht untätig bleiben. Wie immer haut er zur Begrüßung erst mal einen raus und wie immer ärgere ich mich, dass ich vorher kein Glas Sprudel geext habe, um ihn anständig zurück anzurülpsen 😄

Naja, wir wollen unsere Freundschaft ja auch nicht unnötig vertiefen.

Das ist eine gute Gelegenheit, um Euch das mit den Fingernägeln zu erklären. Bei vielen männlichen Angestellten, fällt einem ein langer Fingernagel am kleinen Finger auf. Auch wenn ich mir sicher bin, dass dieser auch für diverse eklige Angelegenheiten benutzt wird, hat es doch, wie alle Kuriositäten hier, eine tiefere Bedeutung. Der lange Fingernagel steht für „seht her, ich habe einen guten Job und arbeite nicht mit den Händen z.B. auf dem Feld“. Ein Statussymbol also.

Xiaojing wohnt sehr zentral und von ihr aus können wir prima zu Fuß starten. Wir laufen an den großen Kaufhäusern mit Gucci, Prada und vielen anderen bekannten Marken vorbei. Unser erster Stop ist eine traditionelle chinesische Bäckerei. Xiaojing erklärt mir, dass das undefinierbare Zeug auf den weichen, süßen Brötchen, die man hier überall sieht, Fleisch in verschiedenen Geschmacksrichtungen ist. Nicht unbedingt mein Fall… Außerdem gibt es salzige Sahnetorten, eine Spezialität die ich leider nicht probieren konnte. Wie hätten eine ganze Torte kaufen müssen 🙃 Dafür probiere ich ein leckeres, mit Sahne gefülltes Teilchen- nicht schlecht!

Nach einem kurzen Gap Shopping Stop (das ist übrigens der Kinderspielbereich)

hat Lina Hunger und wir entscheiden uns für ein Mittagessen in einem traditionellen chinesischen Marktrestaurant. Unten werden frische Dumplings, Reisgerichte, Sesambällchen und vieles mehr zum zu Hause kochen verkauft und oben kann man alles gekocht genießen 😊

An der Straße verkauft eine alte Frau Jasminblüten zum Anstecken und ich lerne, dass sie dass anstelle von teurem Parfüm verwenden.

Noch eine Kuriosität, die einem hier immer wieder begegnet, sind Erwachsene Menschen im Schlafanzug zu jeder Tageszeit mitten in der Stadt. Auf dem Fahrrad, zu Fuß, beim Einkaufen oder Gassi gehen. Der Pyjama ist ein Statussymbol, das vor allem die ältere Generation liebt.

Es ist ein Zeichen hoher Lebensqualität und sich überall zu Hause zu fühlen ☺️ wer kann, der kann.

Frisch gestärkt und auf der Suche nach einem Kaffee, landen wir in der Starbucks Reserve Roastery. Jetzt könnte man meinen, ist ja nichts besonderes, Starbucks gibts an jeder Ecke. Aber nein, so einen Starbucks gibts nur 5x auf der Welt (Seattle, Mailand, New York, Tokio, Shanghai). Ein eigenes Gebäude, in der Starbucks den ganzen Weg des Kaffees zeigt, ist ein Must See für Kaffeelovers (https://www.starbucksreserve.com/en-us/articles/hello-shanghai) und auch sonst ein Erlebnis für jeden. Das Herzstück ist ein großer Kaffeeröster und ein Verpackungsband, wo man den Weg der Bohnen in die Verpackung verfolgen kann. Ein anderer Teil der Bohnen fliegt über Leitungen direkt an die diversen Kaffeebars, in denen man seinen Kaffee in sämtlichen Zubereitungsmethoden von einem Barista mit viel Liebe serviert bekommt. Auch eine Tee und Kaffee-Cocktailbar sind hier zu finden. Wir entscheiden uns für einen fancy Kaffee aus dem Reagenzglas (den Preis möchte ich hier lieber nicht erwähnen- das Erlebnis zählt). Als ich nach Milch frage, werde ich schräg angeschaut aber brauch ich halt ☺️

Mit dem Kaffee endet unser Ausflug auch schon, denn um 3 muss ich Vincent vom Bus abholen und so wecke ich meinen Fahrer, der mal wieder tief und fest schläft und wir kriechen durch den Shanghai Traffic nach Hause.

More than aware

Lina und ich waren auf unserem ersten Charity Event.

„More than aware“ ist eine Organisation, die Frauen mit Brustkrebs unterstützt. Es war eine unheimlich tolle Veranstaltung in einer beeindruckenden Location. Mit dem Eintritt und bei einer Auktion wurden Spenden gesammelt und wir haben zusammen mit den mit Betroffenen das Leben gefeiert. Es war sehr bewegend wie viel Unterstützung sie erfahren durften und wie dankbar sie waren.

Gestrandet

Eigentlich hatte ich letzte Woche am Flughafen von Shanghai einen sehr ausführlichen Blockbeitrag mit richtig schlechter Laune verfasst. Allerdings habe ich später entschieden, ihn nicht online zu stellen 🙈 Es ging um unsere Anreise in den wohlverdienten Urlaub – doch da war einfach der Wurm drin.

Die Kurzfassung: gestresste Mutter = gestresste Kinder, verlorener Geldbeutel (diesmal nicht ich 😉) = gestresster Ehemann, Taifun = Flug Verspätung auf unbestimmt, Geldbeutel wieder da (leider ohne Geld) = Erleichterung, Unfähige Mitarbeiter = gestresster Papa, Abendflug wird zu Nachtflug = übermüdete Kinder = gestresste Mutter, schlafen wie die Penner = Nackenschmerzen, Flug um 3:30 morgens = keiner hat ausgeschlafen, Ankunft beim Hotel und Frühstück am Strand = aller Stress ist vergessen 😎

Der Urlaub in Phuket war dann wirklich sehr schön und entspannt. Wir hatten ein super kinderfreundliches Hotel und tolles Wetter. Sogar eine befreundete Familie aus Shanghai haben wir im gleichen Hotel getroffen. Jeden Abend konnten wir an einem Strandlokal das gute Thailändische Essen und frischen Fisch genießen, Vincent ist mit anderen Kindern um die Wette getaucht und auch wir konnten die Tage mit Thaimassage am Strand und die Abende an der Bar mit Babyphone genießen.

Ein Highlight war auch der Besuch des Green Elephant Sanctuary, eine Auffangstation für misshandelte Elefanten. Hier durften wir den imposanten Tieren ganz nah kommen, sie füttern und Baden. Ein tolles Erlebnis.

Gestern sind wir wohlbehalten wieder in Shanghai gelandet und schon hat uns der Alltag wieder ☺️

Und wieder was zu feiern

Auch hier ist es Herbst geworden. Wir genießen die angenehmen Temperaturen um die 28 Grad und weniger Mücken. So konnten wir am Wochenende zum ersten Mal grillen und auch draußen essen ☺️

Die golden week steht bevor und damit endlich auch unser erster Urlaub dieses Jahr. Der 1. Oktober ist Nationalfeiertag, um der Gründung der People’s Republic of China im Jahre 1949 zu gedenken. Die Chinesen stehen total auf Militärparaden und natürlich finden am Nationalfeiertag einige davon in Peking statt. Auch in Shanghai werden Vorkehrungen getroffen. Zum Beispiel ist unser compound seit einigen Tagen wunderbar geschmückt und, damit man nicht vergisst in welchem Land man sich befindet, mit Millionen chinesischer Flaggen behängt.

Vom 1.-7. Oktober haben also alle 1,4 Milliarden Chinesen frei (außer im Einzelhandel, denn die Geschäfte sind natürlich offen) und natürlich die Expats ebenfalls. Ihr könnt euch vorstellen, dass der lokale Tourismus dadurch merklich angekurbelt wird und uns wird geraten touristische Gebiete und Attraktionen im ganzen Land zu meiden. Ich habe Videos vom Shanghai Bund gesehen, die sahen eher nach einer Massen-Demonstration aus 🙃. Also am besten raus aus dem Land. Natürliche schnellen auch Flug und Hotelpreise für beliebte Ziele in die Höhe und man muss frühzeitig buchen, um einigermaßen erschwinglich Urlaub machen zu können. Wir sind gespannt, was uns am 1. Oktober am Flughafen er wartet, denn bestimmt sind wir nicht die einzigen dort ☺️

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