Irgendwie ist das schon verrückt. Da sitzen wir hier in unserem schönen Hotel und kommen aus dem Grübeln nicht raus…
Da könnte man meinen, wir müssten irrsinnig erholt sein nach einem so langen Urlaub aber Pustekuchen! Die „Corona-Situation“ lässt uns keine Ruhe. Nach unserer Rundreise sind wir in unserem Strandhotel noch nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Ständiges Abwegen der Situation, News checken, mit Freunden in Shanghai und im Ausland sprechen… was machen? Zwischendurch haben wir entschieden erst mal länger in Vietnam zu bleiben- d.h. Hotelzimmer verlängern bzw. umbuchen, Flüge umbuchen, ach scheisse, dann brauchen wir auch noch ein Visum 🤦♀️ Das Alles zerrt an unseren Nerven. Die Entscheidung, dass meine Mutter direkt von hier nach Deutschland fliegt war leicht. Dass wir als Familie zurück nach Shanghai fliegen, hatten wir uns gut überlegt. Schließlich sind viele andere Expats auch da und die Ansteckungsgefahr ist gering, da sich alle nur zu Hause aufhalten. Und das Leben dort wird ja auch wieder weiter gehen. Das Positive: Die Männer waren noch nie so lange mit ihren Familien zusammen wie jetzt- es wird schon über einen Babyboom gemunkelt 😏 Man hat endlich mal viel Zeit für alles was man schon lange mal machen wollte!
Hier ein Paar Eindrücke unserer Freunde in Shanghai:
Leere Straßen in der Innenstadt Leere EinkaufszentrenObacht beim Maskenkauf!Ob das die Lösung ist?Unser Supermarkt lässt uns nicht im Stich
Da hatten wir grade alle Flüge und Hotels umgebucht und jetzt streicht auch noch unsere Airline alle Flüge nach China 🙈 Die Rückkehr in den Hexenkessel ist also nicht so einfach, oder soll es einfach nicht sein? 🤷♀️
Jeden Tag eine neue Situation- es ist zum verzweifeln! Natürlich würde ich gerne zurück nach Deutschland aber Phillip muss (Stand heute) am 10.2. wieder arbeiten und das heißt ich wäre alleine mit den Kindern, mit Jet Lag, nur Sommerklamotten, ohne Führerschein (der ist in Shanghai) und für wie lange? So viele Ungewissheiten. Voraussichtlich geht ab dem 17.2. in Shanghai der Kindergarten wieder los und bisher geht es in unserer Gegend noch allen gut!
Zum Glück haben wir einen Koffer voller Kleidung, etwas Spielzeug und den Kulturbeutel dabei und können es überall eine Zeit lang aushalten… We will keep you posted!
Was soll ich sagen, die Medien berichten ja bereits unaufhaltsam von der Ausbreitung des Corona Virus aus China. Überträger war ja angeblich ein „Wildtier“ auf einem großen Markt in Wuhan. Irgendwie wundert mich das gar nicht, wenn man sich die Märkte in China (aber auch in anderen Ländern) anschaut und was die Leute so essen und dann noch die Menschenmassen, die aufeinander treffen. Der Ausbruch ist ja nun schon einige Zeit her und auch in China wurde und wird darüber berichtet. Aber erst seit dieser Woche werden auch in anderen Großstädten als Wuhan Maßnahmen ergriffen. In Shanghai sind seit dieser Woche alle Sehenswürdigkeiten geschlossen und sogar einige Einkaufscenter und alle Schulen/KiGas und auch die Firmen bleiben auf Anweisung der Regierung nach Chinese New Year länger geschlossen. Die Innenstadt ist leer, da die meisten einfach nicht mehr rausgehen. Anfangs hielten wir das Alles für sehr übertrieben aber mittlerweile hat man doch das Gefühl, dass es ernst ist. Die Regierung scheint sehr bemüht zu sein, die Lage schnell „in den Griff“ zu bekommen. Hier mal ein Paar Auszüge aus der Presse.
Zum Glück habe ich mit meiner Mutter schon vorher die meisten der Sehenswürdigkeiten angeschaut. Dennoch sind wir im Moment froh, nicht in China zu sein. Wir bleiben erst mal gelassen und lassen uns von Panikmache der Medien nicht anstecken. Auch unsere Freunde in Shanghai machen das Beste aus der Situation und bleiben entspannt. Aber man ist natürlich sehr verunsichert. Was machen wir? Nach China zurück und die Lage aussitzen? Oder so schnell wie möglich nach Deutschland? Wahrscheinlich müssen wir so oder so 2 Wochen in Karantäne um im Zweifel niemanden anzustecken 🙈 Die Chats sind voll von den latest News. Es erreichen uns auch Bilder mit leer gekauften Supermärkten und das obwohl noch vor einer Woche alles ganz normal war…
Für mich ist es einfach nur beängstigend, was so ein Virus auslösen kann – wie ein schlechter Film. Am Flughafen tragen wir – wie fast alle anderen auch- Masken, das gibt uns zumindest ein besseres Gefühl aber mal ehrlich -es ist schon ätzend 😒 Und so langsam spielen wir auch mit dem Gedanken nach Deutschland zu fliegen. Wir halten euch auf dem Laufenden…
Jetzt genießen wir erst mal noch eine Woche Sonne, Strand und Meer!
So, der Beitrag musste noch raus, solange die Emotionen noch frisch sind 🤪Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen- man sollte wirklich niemals ohne Übersetzer in eine chinesische Bankfiliale gehen. Zumindest nicht, wenn man dringend etwas benötigt und nicht ewig Zeit hat. Wenn man allerdings Schreibstoff für seinen Block braucht, dann ist das eine prima Sache ☺️
Vor einiger Zeit ist mir mein chinesischer Geldbeutel abhanden gekommen (🙄 ja ich weiß) und nun wollte ich mir „mal kurz“ eine neue Bankkarte beantragen. So schwer kann das ja nicht sein und mit meiner Übersetzungs-App sollte ich das schon schaffen. Mutig betrat ich, natürlich mit Lina im Schlepptau, gegen 9:45 die Bankfiliale ☺️ ich setzte mich erst mal zu den Wartenden, um zu verstehen wie das hier läuft. Ok, man muss also irgendwo eine Nummer ziehen, kriege ich hin. Falsch gedacht, denn der Ticketautomat verlangt eine Bankkarte 😄 hab ich nicht. ok, ich sehe eine Mitarbeiterin, die damit beschäftigt ist, älteren Menschen mit anderen Automaten zu helfen und halte ihr mein Handy unter die Nase, mit der Info, dass ich meine Karte verloren habe und eine neue brauche. Darauf hin erklärt sie mir in perfektem Englisch, dass ich bei der Service Hotline anrufen soll, die sprechen auch englisch. Na gut, gesagt getan. Wir machen es uns in einem Sessel gemütlich und rufen an, nach einiger Zeit in der Warteschlange habe ich eine nette Dame am Telefon, die mir erklärt, dass mein Konto erst gesperrt werden muss. Ok, klingt logisch. Das können wir gleich am Telefon erledigen. Es dauert nur eine gefühlte Ewigkeit meine Passnummer und meinen Namen mehrmals zu wiederholen und zu buchstabieren, bis endlich alles übereinstimmt 🙈 Halleluja!
Ok, und die neue Bankkarte soll ich am Schalter beantragen. Na gut, bin ja eh schon da 😊 Eine andere Mitarbeiterin hilft mir ein Ticket ohne Bankkarte zu ziehen und es sind „nur“ 5 Leute vor mir. Lina, die während dessen durch die gesamte Kundschaft gereicht wurde und den Boden bereits mit den Knien blank gewischt hat, wird langsam ungeduldig- lässt sich aber immer noch mit Milchflasche und Knabbereien ablenken. Ich bin noch immer motiviert. Es ist mittlerweile 10:30, um 11:00 bin ich zum Essen verabredet, das schaffe ich bestimmt. Pfffffff🤨 langsam wird Lina ungehalten und ich auch. Ständig drängeln sich irgendwelche Leute vor und es dauert ewig bis die Nummern wechseln. A111 und ich habe A112, also bin ich gleich dran. Um 10:54 sitze ich erleichtert mit weinender Lina vor einer netten jungen Angestellten. Zwischen uns eine Glasscheibe mit einem Aufkleber „Counter for foreigners“, hier bin ich richtig 😃
Ich erkläre der Dame mein Anliegen auf englisch, zurück kommt ein chinesischer Redeschwall durchs Mikrofon. Sie deutet auf die Ausgangstür. Ich soll gehen? Nein, das hat sie falsch verstanden, ich halte mein Handy an die Glasscheibe und sie liest. Dann fragt sie mich auf englisch: Why didn’t you bring a translator?
Ich: why? Your englisch is good and I have my tranlator App.
Sie macht das Mikrofon aus und bespricht sich 5 Minuten mit ihrer Kollegin
Lina schreit, ich fasse es nicht und erkläre nochmal dass ich keinen Übersetzter habe aber das wir zwei das doch bestimmt auch so hinkriegen, mir eine neue Bankkarte zu beantragen, schließlich habe ich schon mit dem customer Service gesprochen, eine Nummer gezogen und brav 45 Minuten gewartet – mit Baby. Ich zeige auf Lina, die sie bisher völlig ignoriert hat (blöde Kuh, ich hab ein süßes blondes Baby dabei). Wieder geht das Mikrofon aus, wieder bespricht sie sich mit ihrer Kollegin. Langsam werde ich ungehalten, mein Optimismus sinkt. Sie fragt nach meinem Pass (in perfektem Englisch) und sagt: „you Need a translator to apply for a new bank card“. Ich schüttele den Kopf und weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll. Sie: „where are you from?“ Ich: „Germany“ Sie: „but your passport says ,European Union‘ 🙄 da fällt mir nix mehr ein. Ich schüttele den Kopf und erkläre ihr geduldig, dass Germany ein Land in der EU ist aber so langsam kommen meine Emotionen hoch. Als sie merkt, dass ich wirklich nicht gehen werde ohne meine neue Bankkarte, fragt sie ob ich irgendjemand kenne, der mir übersetzen könnte. Lina sitzt derweil auf dem Boden und kaut auf Papierschnipseln herum ( ich habe keine Nerven sie davon abzuhalten, Hauptsache sie ist ruhig 😬) Verzweifelt schreibe ich meiner chinesisch Lehrerin Huanhuan und YES! Sie hat Zeit und hilft per Telefon. Auf einmal flutscht es. Nach weiteren 25 Minuten, mindestens 5 Fotos von mir und nur sehr wenig Hilfe von meiner Lehrerin, (denn kompliziert war der Prozess jetzt nicht) bekomme ich doch tatsächlich um 11:30 meine neue Bankkarte. Da fragt man sich wirklich, wollen die nicht oder können sie nicht 🤷♀️ das scheint oft etwas willkürlich zu sein.
Spät aber beschwingt von diesem Erfolgserlebnis habe ich mein Lunchdate noch erreicht 😀 und jetzt ist mal wirklich Packen angesagt!
Übernachten im Hotel mit der Oma zu Hause als Babysitter ist grundsätzlich eine spitzen Idee. Wenn man nicht nach einer Stunde Anfahrt merkt, dass man die Pässe, ohne die man nicht einchecken kann, vergessen hat 🙈
Den emotionalen Teil erspare ich euch an dieser Stelle 🙃😄
Anstatt um 15:00 haben wir dann um 18:00 eingecheckt und hatten einen wunderbaren Abend- danke Oma!
@Hyatt on the Bund
Blick vom Bett auf die Bund Promenade
@Vue bar
@live concert im THE PEARL „tribute to linking park“
Abfeiern wie früher ☺️
Nur schade, dass Phillip am heutigen Sonntag, seinem Geburtstag arbeiten musste. In China muss man die Feiertage quasi am Wochenende vorarbeiten. Aber zum Kuchen essen war er wieder da 🥳🎂
Am ersten Tag nach unserer Rückkehr aus Deutschland empfing uns Shanghai mit wunderbaren 20 Grad, Sonne, blauem Himmel und was das Beste war: guter Luft. Quasi ein perfektes Willkommensgeschenk für meine Mutter. Noch geplagt vom Jetlag verbrachten wir den ersten Tag faul in der Sonne. Einige Krankheitsviren, schlaflose Nächte und Arztbesuche später, zeigt sich allerdings das wahre shanghaier Wintergesicht. Es ist kalt, es ist nass und wenn es nicht regnet, ist die Luft schlecht.
Trotz allem konnten wir die Tage gut nutzen und hatten neben Sightseeing-Touren auch viel Spaß zum Beispiel beim traditionellen Grünkohl Essen (beim Italiener nebenan 🙂 ), beim Shopping oder chinesischen Kochkurs. Ach, es ist einfach schön, mal jemandem alles hier zeigen zu können, denn so wirklich in Worte packen lässt sich vieles einfach nicht. Und was gibt es schöneres für die Kinder, als Zeit mit Oma zu verbringen…
Nochmal zurück zur Grünkohlgeschichte. Da trifft sich tatsächlich dieses Jahr zum 11. Mal eine Trinkfeste Gruppe, um samt Bollerwagen (bei Nieselregen) durch ein Compound zu spazieren und in regelmäßigen Abständen echten Nordhäuser Doppelkorn zu zelebrieren. Offiziell heißt das Event `Grünkohlwanderung`. Phillip konnte sich diesen Spass natürlich nicht entgehen lassen. Meine Mutter (geboren im Grünkohl-verehrenden Norddeutschland) staunte nicht schlecht, als wir sie zum Grünkohlessen – dem Höhepunkt des Schnappsspaziergangs in Shanghai ausführten. Ihr Urteil viel allerdings mit `ganz annehmbar` eher nüchtern aus 🙂
Ein Highlight unserer Sightseeing Tour war unser Ausflug nach Zhujiajiao, das kleine Venedig Shanghais. Ein kleines Städtchen, von Kanälen durchzogen auf denen man sich auf Booten umher chauffieren lassen kann (bei den Preisen wird man mit Sicherheit auch Teilhaber am Boot). Viele kleine Gassen, in denen neben verschiedensten Speisen viel Klimbim und Nippes angeboten wird. Aber man taucht ein in eine kleine eigene Welt. In einem versteckten Garten, gab es auch noch ein altes Herrenhaus zu bewundern.
Auch meiner Mutter sind bereits die großen Gegensätze der Stadt aufgefallen. Zwischen all der Fortschrittlichkeit und Modernität, fahren eben doch noch die überladenen Lastenfahrräder herum, auf denen alte Menschen Müll entsorgen. Bei unserem Spaziergang durch den alten Teil von Xintiandi wurde uns der krasse Unterschied zwischen Arm und Reich sehr bewusst.
Xintiandi mit traditionellen Gassenhäusern
Hier, direkt neben den Luxuskaufhäusern und Touristenbussen erlebt man pures chinesisches Leben. Ohne Annehmlichkeiten wie sanitäre Anlagen oder Heizung im Haus. Hier ein Paar kuriose Highligths:
1. Die Leerung der Postkästen um 13:33 und 16:33 🙂 Obwohl eigentlich 8 die Lieblingszahl der Chinesen ist (wegen der Ähnlichkeit zum Unendlichkeitszeichen). Die 3 scheint aber auch beliebt zu sein 🙂
2. Kulinarisches im Vorbeigehen
Eine Bäckerei, getrockneter Fisch, Metzgerei und eine Nudelfabrik Fleisch hängt irgendwie überall so rum ☺️
3. Die Sache mit den Töpfen oder `die mobile Toilette`. Da es in der Siedlung kein Abwassersystem in den Wohnungen gibt, stehen vor jedem Haus ein roter und ein weißer Eimer. Klein- und großes Geschäft werden hier gesammelt und bei Bedarf fein säuberlich spazieren getragen zu den öffentlichen Entsorgungsstellen. Zu kaufen gibt es diese Töpfe in einen der vielen Straßenläden wo es wirklich ALLES gibt.
4. Ein Kondomautomat oder auch `Family planning medical devices` mit Handlungsempfehlungen 😄 Siehe die deutsche Übersetzung durch die Übersetzungs-App.
5. Körperhygiene
Sich bei 5 Grad draußen die Haare zu waschen ist schon tough 🥴
6. Menschen
Wer findet den Pyjama?
Und ehe man sich versieht, steht schon das Chinesische Neujahrsfest vor der Tür und die Bahnhöfe und Flughäfen rüsten sich für 14 Millionen Passagiere. Denn man feiert meistens bei seiner Familie irgendwo in China. Dieses Jahr fällt der wichtigste traditionelle Feiertag der Chinesen auf den 24. und 25. Januar. Es endet das Jahr des Schweins und es beginnt das Jahr der Ratte – dazu später mal mehr. Die ganze Stadt wird dekoriert mit roten Laternen und anderen roten Dingen. In den Dekoläden gibt es auch nichts anderes mehr. Das bringt einen schönen Kontrast in das trostlose, winterliche Grau.
Auch für uns heißt es am Wochenende wieder Koffer packen und wir freuen uns auf eine spannende Reise durch Vietnam.
Kollegen ist es schon sehr oft passiert (bis zu 2x in einer Woche!!)- ich bin bis dato verschont geblieben. Bis dato…

Die Reifendruckkontrollanzeige war auch I noch heute früh an- nach gestern Abend- was nichts gutes bedeutet. Also raus aus der Garage und im Tageslicht den angemahnten Reifen (hinten rechts) prüfen. Und siehe da, ein rostiger Nagelkopf im Mantel. Das ist hier leider ein alltägliches Problem, da die Straßen voll mit Unrat sind und viele LKW ihre Ladungen verlieren, das kann mal ein Brett, ne Matratze, ein Wagenheber oder eben ein kleiner Nagel sein- alles schon gesehen auf der Autobahn/Straße.
Also ab in die nächste “Werkstatt”. Das sind in der Regel kleine Garagen die hauptsächlich Autos an der Straße sauber machen, oder eben mal schnell nen Reifen abdichten. Schnell den Wassercheck- siehe da es blubbert am Nagelkopf, also tritt wohl Luft aus dem Reifen. Wagen aufgebockt, Rad ab, Luft raus, Mantel runter, Nagel raus (5cm!!!), innen anschleifen, chinesischen Kleber drauf, kurz aushärten lassen, Mantel wieder drauf, Luft rein, Rad aufs Auto, 80 Quai zahlen und wieder nach Hause. Das Ganze dauerte keine 20min- das ist mal Service. Ich glaube in D schraubt dir ne Werkstatt für 10€ nichtmal ein Rad ab😂😂
Was Heimat bedeutet und was man vermisst, weiß man erst wenn man sie verlassen hat. Das ging uns schon vor 12 Jahren so, als wir unsere alte Heimat Marburg verlassen haben und nach Ingolstadt gezogen sind. Und jetzt, nach unserem ersten Heimatbesuch in Ingolstadt, tragen wir alles im Herzen, was uns hier im Alltag fehlt.
Heimat ist, wenn …
man die Fenster einfach aufmacht
eine liebe Freundin spontan auf einen Plausch vorbei kommt
tolle Nachbarn
man ohne Nachzudenken Wasser aus dem Hahn trinkt
Lieblingsessen
kein Tempolimit auf der Autobahn
90er Party mit den Jungs
Familie
sich erst vor dem Abendessen aus dem Schlafanzug zu pellen
ohne die Luftwerte zu checken aus dem Haus zu gehen
B2 in der Garage
ein kühles Helles
Früüüüüühstück mit Freunden
es klingelt und es ist kein Paket
die Ingolstadt-Crew
3 Parties in 5 Tagen und (fast) alle sind dabei
einem ohne VPN das World Wide Web zu Verfügung steht
mal kurz zum Westpark
Joggen im Feld
Mädelsabend
spazieren im Wald
und so vieles mehr
Obwohl wir hier ja wirklich alles bekommen, was wir zum Wohlfühlen brauchen, war das erste Frühstück in Bayern eine Offenbarung 🙂 Wir konnten gar nicht genug kriegen von knackigen Semmeln, Brot, Brezeln und der Aufschnitt-Variation. Alles schmeckt so, wie es schmecken soll. Vor Allem die Treffen mit Freunden, die Zeit mit der Familie und den uneingeschränkten Zugang zur Natur haben wir sehr genossen. Das fiel mir besonders auf, als wir (beide 🙂 ) während unseres Neujahrsspaziergangs 5 Minuten lang einen Vogel fotografierten.
In unsere Wohnung zu kommen war toll. Es war schön und faszinierend zu beobachten, wie die Kinder ihr altes zu Hause und ihre Spielsachen sofort genossen haben. Ein bisschen Shanghai Feeling gab es auch bei einem Spaziergang im Schlafanzug durch Frankfurt 🙂 Nur leider war unsere Zeit in Deutschland viel zu kurz und vollgepackt mit vielen Besuchen und zu vielen Terminen, fiesen Viren und natürlich Weihnachten. So war es am Ende doch irgendwie stressig alles abzuarbeiten. Gelernt haben wir daraus: 2 Wochen sind einfach zu kurz um den Jetlag zu bewältigen, quer durchs Land zu reisen, alle zu sehen und die Zeit zu genießen. Da freue ich mich schon, im Sommer etwas mehr Zeit für alles zu haben.
Jetzt sind wir zurück in Shanghai und auch das fühlt sich seltsamerweise wie nach Hause kommen an. Denn auch hier fühlen wir uns mittlerweile wohl und etwas (neben den schönen Erinnerungen) haben wir aus der Heimat mitgenommen – meine Mutter 🙂 Wir freuen uns auf eine spannende Zeit mit Oma!
Um ehrlich zu sein war ich mir nicht so sicher ob das mit den 2 Kids eine gute Idee wäre vor dem langen Flug nach Deutschland noch einen Kurztrip nach Singapur incl. 3 Tage auf einer Insel einzuschieben. Aber wir hatten die Möglichkeit uns dort mit Phillips Bruder samt Familie zu treffen und so überlegten wir nicht lange. Einfach machen! Gerade sitzen wir im Flieger nach Deutschland und ich kann sagen, es hat sich sowas von gelohnt 😎
Der Flug von Shanghai nach Singapur dauert 6h, das war relativ kurzweilig. Jeder, der mit Kleinkindern reist weiß, es wird nicht langweilig 🙃 Das normale Chaos. Die Zeiten in denen man sich auf das Entertainmentprogramm der Airline stürzt sind leider vorbei. Immerhin habe ich auf Hin- und Rückflug 2 Filme jeweils bis zur Hälfte geschafft. Immer wieder nehme ich voller Vorfreude ein Buch mit in den Urlaub, dieses Mal habe ich es vergessen aber auch das wäre unangetastet geblieben.
Die Stimmung wurde zunächst durch das Wetter getrübt. In Singapur mussten wir das Beste aus 2 Tagen Dauerregen machen. Schade, wenn man zum ersten Mal dort ist und vor allem die tollen „Gardens by the bay“ nicht besichtigen kann. Aber hey, wir haben den Lifestyle in den typischen Markthallen mit den vielen Gerüchen und frisch zubereiteten Speisen aufgesogen, die (vernebelte) Aussicht und einen Cocktail vom Dach des berühmten Marina Bay genossen und sind durch das unfassbar riesige Einkaufszentrum flaniert. Hier kann man sich sogar mit einer Gondel durch die Gänge paddeln lassen. So haben wir zumindest einen guten Eindruck gewonnen und wer weiß, vielleicht ergibt sich mal wieder die Gelegenheit für ein Paar Tage in Singapur.
Die Reise auf die Insel war etwas abenteuerlich. Erst mal 1h mit der Fähre nach Bintan, die größte vorgelagerte Insel, dann mit dem Auto 1h quer über die ganze Insel und dann weiter mit dem Schnellboot zu dem winzigen Punkt im indischen Ozean „Nikoi island“.
Nebenbei mussten wir noch nach Indonesien einreisen, denn dazu gehören diese Inseln. Hätten wir uns nicht an den Urlaub von Phillips Bruder „drangehängt“, wären wir wohl niemals an diesen wunderbaren Ort gekommen. Nikoi ist eine kleine Insel mit nur 15 Bungalows für einen abenteuerlichen Familienurlaub https://nikoi.com/. Die Betreiber legen viel Wert auf Nachhaltigkeit mit dem Ziel das Ökosystem der Insel so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Villen ( Bungalow beschreibt es irgendwie nicht richtig ) waren riesig, direkt am Meer und vor allem zur Seite hin offen. Das heißt schlafen bei Meeresrauschen, nächtliche Fischerbootmotoren und Jungelgeräuschen. Das war abenteuerlich, gewöhnungsbedürftig aber auch irgendwie großartig. Die Nächte waren kurz, da die Kids natürlich mit der Dämmerung wach wurden. Aber so kamen uns die 3 Tage viel länger vor und wir konnten alles erforschen was die Insel hergab vor allem das überragende indonesische Essen. Unsere Mägen sind jetzt auf jeden Fall bereit für Weihnachten 🙈
Das Wetter wurde von Tag zu Tag besser aber seht selbst.
Zurück in Shanghai hatten wir 48 Stunden für Wäsche waschen, Koffer aus- und einpacken und nun sind wir soeben gut in München gelandet, haben unsere erste bayrische Brezel genossen und freuen uns jetzt auf Freunde und Familie und nicht zuletzt auf unser eigenes Bett ☺️.
Natürlich ist das Reisen mit den Kindern nicht immer erholsam (Lina hat auf dem 11h Nachtflug kaum ein Auge zugemacht 😩) aber letztendlich macht es uns riesen Spaß und die Erinnerungen und Erlebnisse für uns als Familie sind jede Reise Wert!
Wow, diese Woche war vollgepackt mit schönen Sachen. Wie auch zu Hause jagt in der Vorweihnachtszeit ein Termin den Nächsten. Da muss ich schon in meinen Kalender schauen, um auch nichts zu vergessen.
Am Montag hatte ich ein Nachbarschaftsfrühstück organisiert. In unserem vergleichsweise kleinen compound lebt ein Mix aus multinationalen Familien. Hauptsächlich sind es aber Chinesen, Franzosen und deutsche Familien. Meistens ist dann einer der Partner deutsch, der andere Franzose bzw. Chinese. Dieser Kulturmix macht es aber spannend und interessant. Es hat sich so eingespielt, dass die Kinder morgens von den Papas zum Bus gebracht werden und nachmittags von den Mamas abgeholt werden. So ist die Bushaltestelle ein kleiner Compundtreff geworden an dem man sich gerne trifft und ratscht. Allerdings brauchen wir Frauen dafür ja bekanntlich etwas länger und so hab ich die Ladies einfach mal zum Frühstück eingeladen. Bring and share war das Motto und das Ergebnis war ein tolles deutsch, französisch, chinesisches Buffet.
Am Dienstag ging es kulinarisch gleich weiter und zusammen mit ein paar anderen Mamis haben wir im Community Center (sowas wie VHS) einen chinesischen Kochkurs besucht. Das Tollste daran war, dass unsere Kinder im Raum nebenan von einer Kindergärtnerin betreut wurden -was ein Luxus. Wir hatten grossen Spaß und das Ergebnis waren 3 sehr leckere Gerichte, die wir natürlich auch gleich essen durften. Der Begriff „doggy bag“ wird hier auch irgendwie anders gelebt. Übriggebliebenes essen wird einfach in Mülltüten zum mitnehmen eingepackt – klingt komisch, funktioniert aber ☺️
Am Mittwoch hatten wir eine kleine Weihnachtsfeier der „Audi-Frauen“. Zuerst ging es auf einen der kleinen Weihnachtsmärkte und man glaubt es kaum der Glühwein in Shanghai schmeckt auch 🎄😄 Man fühlt sich zwischen gebrannten Mandeln, Bratwürstchen und Weihnachtsschmuck gleich wie zu Hause. Wenn da die ganzen Selfie-Chinesen nicht wären 🙈 Es war ein super schöner Abend , den wir bei Schnitzel, Pommes und Aperol Spritz haben ausklingen lassen.
Es folgte noch ein Weihnachtsfrühstück und natürlich der Nikolaustag, an dem wir traditionell ein Lebkuchenhaus bauen. Auch wieder ein Fall von „hier kann man alles kaufen- frag bloß nicht nach dem Preis“ 🙃 aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Nachdem Phillip am Freitag seine Weihnachtsfeier mit Kollegen hatte, waren wir gestern Abend mal wieder alleine aus. Ein „I feel love“ Abend, wie wir früher immer zu sagen pflegten ☺️ Wir genießen es, die schönen Restaurants der Stadt zu erkunden und mal wieder in Ruhe zu essen ☺️ ( Danke Ayi!)
Morgen starten wir schon in die letzte Woche vor den Ferien. Jetzt drehen sich die Gespräche fast nur noch um wer fährt wann wohin, feiert ihr Weihnachten hier, in der Heimat oder am Strand? Auch hier sind die Antworten so vielfältig wie Smarties in einer Tüte. Nach der ereignisreichen vergangenen Woche, sind wir froh, dass jetzt erst mal nichts mehr ansteht und freuen uns auf unseren Kurzurlaub in Singapur, bevor wir in die Heimat kommen!
Ich bin also nochmal zum Flower Markt gefahren und habe ein bisschen Weihnachtsdeko geshoppt. Es gibt eine riesige Auswahl an Advents-Kränzen und Gestecken und sogar welche mit nur 1 oder 2 Kerzen, je nachdem wann man Shanghai für den Weihnachtsurlaub verlässt. In unserem Fall reichen 2 Kerzen aus ☺️ Da steigt dann auch gleich schon meine Vorfreude auf den Urlaub 👏🏻
Da heute nicht nur der 1. Advent sondern auch der 1. Dezember ist, war Mama mal wieder fleißig. Witzig, ich weiß noch, wie ich mir damals ( vor ziemlich genau einem Jahr) bei der Hausbesichtigung vorgestellt habe, diese stylische Treppe mit Geschenken zu behängen ☺️
Gestern war Adventsbasar am Campus der Deutschen Schule und mal wieder eine schöne Veranstaltung. Der Regen hat dabei kaum gestört, dafür gab es lecker Glühwein und viele andere Leckereien, die wir vom deutschen Weihnachtsmarkt kennen. Die Klassenkassen werden durch den Verkauf von Selbstgemachtem aufgestockt und es gibt musikalische Unterhaltung. Auch die Kindergartenkinder durften heute auf die Bühne ☺️ Bei uns mal wieder der Klassiker – den ganzen Tag performt Vincent den „Rentier Song“ incl. Choreo im Wohnzimmer und wenn es dann mit den anderen Kindern auf die Bühne geht, setzt er sich lieber zu den Zuschauern auf die Bank 😄 Naja, er ist eben keine Rampensau.
Heute waren wir zum 1. Advent bei Freunden zum Gänseessen eingeladen. Das war wirklich ein sehr schöner Tag und Abend mit sehr lieben Menschen, gutem Essen und perfekt um die Adventszeit zu beginnen.
In diesem Sinne wünschen wir euch allen eine schöne Adventszeit!