Es ist kaum zu glauben. Während in Peking der erste Schnee zum Schlitten fahren einlädt, ist hier in Shanghai immer noch T-Shirt Wetter. Zumindest war es das bis gestern 🙃.

Tatsächlich neigt sich unsere Zeit in China so langsam dem Ende zu. Schon etwas früher als ursprünglich geplant, werden wir nach Deutschland zurück kehren. Und auch wenn wir schon viele Familien haben gehen sehen, ist es doch komisch selbst in diesen Schuhen zu stecken.

Auch wenn ich es so lange wie möglich vor mir her geschoben habe, wird der Gedanke an die Ausreise nun immer realer. Die Spedition steht in den Startlöchern und uns bleiben nur noch wenige Wochen fürs Aussortieren, Packen und Verabschieden. Wir versuchen die Momente festzuhalten, die Eindrücke aufzusaugen und gleichzeitig freuen wir uns riesig auf Weihnachten zu Hause. Das zu Hause, woran sich Vincent nur dunkel erinnert und Lina fast gar nicht kennt. Aber für uns sind es die eigenen 4 Wände, Familie und Freunde, die wir einfach viel zu lange nicht gesehen haben.
Jetzt heißt es erst mal Aussortieren und Entrümpeln. Es sammelt sich einfach so unglaublich viel an in einem so großen Haus 🙃. Da kommt uns die Flohmarkt-Saison gerade recht.

Gleichzeitig füllt sich unser Kalender plötzlich wie von Geisterhand. Die nun mehr 4 verbleibenden Wochenenden sind vollgestopft mit schönen Dingen, Einladungen und „was wir unbedingt nochmal machen wollen“. Das letzte mal KTV, das Lieblingsrestaurant, mit dem Fahrrad durch die FFC, Souvenir Shopping, Fakemarkt, nochmal auf einen Tower, Bootsfahrt, Disneyland, Fotoshooting und und und…Und trotzdem bleibt nicht mehr genug Zeit alles unterzubringen. Unser Tip an alle: schiebt nichts auf, am Ende wird es knapp.



Und auch unser Haus ist kaum auf dem Markt, schon wieder vermietet. Das Expat-Leben ist schon sehr vergänglich, ein Kommen und Gehen. Jeder ist nur Gast für eine bestimmte Zeit und „schwups“ schon ist jemand Neues da. Und genau das hat mir die Tage Tränen in die Augen gejagt, als eine Familie zur Hausbesichtigung zu uns kam. Der Glanz in ihren Augen, ihre Emotionen wenn man zum ersten mal in diesem Haus steht, haben mich so daran erinnert, wie wir hier vor 3 Jahren das Haus besichtigt haben. Voller Vorfreude, Aufregung und Spannung (und nebenbei noch hochschwanger). Die Familie, die vor uns hier wohnte, war sehr bekannt und ich stellte mich nur noch vor mit „Wir sind neu, wir wohnen im Haus von Dorothea“. Jetzt, 3 Jahre später kennt kaum noch jemand Dorothea, dafür wird bald jemand sagen „Wir sind neu, wir wohnen im Haus von Phillip und Kerstin“. Verrückt und gleichzeitig irgendwie traurig.

Aber noch möchte ich nicht zu sehr auf die Tränendrüse drücken. Schließlich wollen wir die letzten Wochen noch genießen 😌!





Liebe Kerstin,
ja, die Expat-Zeit ist vergänglich und ruckzuck ist man wieder im ‚alten Trott‘ in Deutschland. Aber jede Zeit im Leben ist besonders. Ich denke immer seltener aber trotzdem gerne an meine 5 Jahre in Suzhou zurück und schaue mir selbst hin und wieder meinen eigenen Blog an und bekomme feuchte Augen. Trotzdem würde ich nicht nach China zurück wollen, denn diese tolle Zeit, hatte für mich einen tollen Abschluß zum richtigen Zeitpunkt. Ein Kapitel zu beenden ist der Start des Nächsten 🙂
Tolle letzte Wochen und eine gute Heimreise wünscht
Christoph
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Danke Christoph, da hast du völlig recht. Wir freuen uns auch auf das neue Kapitel in Deutschland 😄
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Uns geht es genauso. Wir sind noch bis zum Juli 2022 hier und ich merke schon jetzt, wie die Zeit knapp wird für alles was man noch machen möchte. Wir waren dann 4 Jahre hier und 3 Jahre nicht in Deutschland gewesen. Wir sind auch sehr gespannt auf unsere Rückkehr und wie es sein wird.
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