Zugfahren in China…

…auch das muss man mal gemacht haben. Wer jetzt an überfüllte Wagons und exzessive Geräuschkulisse gepaart mit Dampflock-Romantik denkt, liegt 1000% falsch!

Die Züge hier sind neu, sauber, schnell, pünktlich und vor allem ein Erlebnis! Gebucht über trip.com kann man die 1200km nach Beijing hin und zurück in 4,5 Stunden für umgerechnet 150€ fahren- inkl Sitzplatz Reservierung und ohne Fahrgäste im Flur stehend. Tatsächlich ist auf der gesamten Strecke mit 3x halten die Max Geschwindigkeit 347km/h fast immer auf dem Display zu sehen.

Aber eins nach dem anderen: zunächst Auto parken, was Freitag Nachmittag schon ne Kunst ist. Dann in einen Bahnhof steigen der eher an die Haltestelle Allianz Arena bei einem Bayern Heimspiel erinnert, aber alles geordneter. Zum Check-in, Reisepass eingescannt und ab zum Gleis. Vom Bahnsteig könnte man essen, so sauber ist es- und alles geordnet, kein Drängeln wie man es sonst kennt:

Im Zug herrsch Maskenpflicht, aber egal. Ab zum Platz und Koffer in die Ablage. Schon geht es ohne Verspätung los- alleine das ist ein Erlebnis was man in D leider selten hat. Nach 3min ist der Topspeed schon erreicht!

Da die Strecken in China keiner seltenen Morschel- oder Sumpffroschrasse weichen müssen geht es fast immer geradeaus mit dieser Geschwindigkeit ohne wackeln und Kurven voran. Nur wenn die 3 Städte auf dem Weg nach Beijing angesteuert werden geht die Geschwindigkeit runter. Personenschäden sind auch eher selten, da die Strecken zu 100% -wie alles hier- Kameraüberwacht sind!

So, und dann das beste: 95% der Strecke volle Mobilfunk Netzabdeckung – was wir übrigens auch auf unserer Reise durch Yunnan festgestellt haben. Wenn man Ingolstadt Nord passiert hat und Richtung Altmühltal mit dem Zug fährt kann man froh sein noch einen Notruf absetzen zu können 🤣 und hier düst man wirklich durch Gegenden wo man nichtmal ein Haus sieht.

Das Allerbeste ist der Service: natürlich schiebt auch hier eine freundliche Reisebegleiterin einen Wagen durch die Wagons, ABER: auf der Armlehne ist ein Alipay QR Code!!

Scannen, Biersorte wählen, umgerechnet 2€ zahlen, 15 min warten und schon bringt sie einem das (zwar leider nicht gekühlte) aber immerhin leckere Getränk!! Als nach einer Haltestelle dann noch einen Zug-Ayi mit einer Burger-King Tüte an unserem Platz vorbeiging war ich bedient! Man kann im Burger King des nächsten Haltes was bestellen, jemand bringt es zum Zug und eine Zug Ayi dann zu deinem Platz- Deutsche Bahn was geht ab??

Also das war definitely die entspannteste Zugfahrt ever- und man ist schneller in Beijing als mit dem Flieger. Zug ist voll, aber keiner steht rum. Der Müll wird nach 3min abgeholt, die Klos sind sauber🙈

Das war mir der Bericht mal wert!

Yunnan- Shangri-La

Am Abend haben wir uns in Lijiang noch eine leckere Reisnudel-Suppe gegönnt. Sehr zu empfehlen.

Am nächsten morgen machten wir uns auf nach Shangri-La ( liegt auf ca. 3200m ), ganz im Norden von Yunnan- in der Nähe der tibetischen Grenze. Hier leben überwiegend Tibeter und Naxi, eine sehr buddhistisch geprägte Region mit eindrucksvollen Tempeln und wunderschöner Natur.

Für die ca. 180 km braucht man mit dem Auto jedoch gute 4 Stunden. Da Lina nicht die geduldigste Autofahrerin ist, waren wir froh auf dem Weg noch einen Stop an der Tiger-Sprung- Schlucht (Tiger Leaping George) einlegen zu können. Auch das ist ein Touristenmagnet aber dennoch sehr eindrucksvoll, wie sich die Wassermassen ihren Weg durch die Schlucht bahnen.

Wer zu faul ist, den Weg runter in die Schlucht oder wieder rauf zu laufen, kann sich hier auch tragen lassen ☺️. Leider nicht mehr lange, denn gerade werden Rolltreppen gebaut – das ist wirklich chinesisch 🙈.

Der Weg nach Shangri-La führt durch unglaublich schöne Natur. Es könnte glatt in den Alpen sein, wenn da nicht dieses weiße Yak mit der Tibeterin herumstehen würde😆.

Das Arme Tier bekommt leider, aufgrund seiner Haarpracht, von der schönen Aussicht gar nichts mit.

Die Harmonie wird nur von unserer schreienden Tochter gestört, die einfach keine Lust mehr auf Auto fahren hat🙈. Mr. Wang, unser Fahrer summt leise vor sich hin, um das auszublenden ☺️. Zum Glück stoppt das Geschrei sofort als die Autotür sich öffnet.

Unser Hotel ist wieder super schön. Das „Arro Khampo“ liegt mitten in der Altstadt und den Abend lassen wir ganz entspannt auf der Terrasse mit Blick auf den hiesigen Tempel ausklingen.

Am zweiten Tag erscheint unser gebuchter Guide leider nicht am Treffpunkt. Angeblich ist er einfach betrunken, was bei den Einheimischen wohl nicht unüblich ist 🥴. Aber auf Mr. Wang ist Verlass. Er fährt uns zum Napa Lake. Eine weite Graslandschaft, wo die Kinder nochmal reiten dürfen- Pferde gibt es hier tatsächlich viele. Und weiter hinten geht das Grasland dann in einen See über, in dem sich die Landschaft traumhaft spiegelt.

Nach einer kurzen Stärkung mit Yak-Spießen, brachen wir noch (mit einem Ersatz-Guide☺️) zu einer Wanderung über die Berge von Shangri-La auf.

Ach es tut einfach so gut hier draußen unterwegs zu sein.

Die Wanderung endete bei einem kleinen tibetischen Bauernhof, wo uns die dort wohnende Familie spontan einlud, ihr Haus anzuschauen. Das war wirklich spannend. Die Wände waren kunterbunt mit schönen Malereien verziert und das Wohnzimmer ähnelte eher einem Museum. Toll, hier mal einen Einblick in das Leben bekommen zu haben. Danach fuhr der Großvater seine Enkelin zur Schule, in der sie von Mo-Fr auch wohnt.

Shangri-La ist wirklich ein friedlicher Ort. Interessanter Weise ist „Shangri-La“ laut Wikipedia eigentlich ein fiktiver Ort in Tibet, wo Menschen in Frieden und Harmonie leben. Das trifft hier auf jeden Fall zu. Chinesische Marketing-Experten haben das Städtchen „Zhongdian“ erst in 2001 in „Shangri-La“ umbenannt. Leider wird es schon bald vorbei sein mit der Ruhe. Denn sobald die Autobahn hierher fertig gestellt ist, werden Touristenströme erwartet. Neue Hotels und Einkaufsmeilen werden bereits gebaut.

Am Abend waren wir noch auf dem Marktplatz auf dem sich das ganze Dorf versammelt und gemeinsam eine Art Volkstanz veranstalten. Das ist wirklich toll – da machen alle mit. Vom Hotelbesitzer bis zur alten Bauersfrau. Und mittendrin unsere Kids ☺️.

Zum Abschluss in Shangri-La, besuchten wir heute morgen noch das größte tibetische Kloster außerhalb Tibets „Songzanlin“. Hier ein Paar Eindrücke.

Dann war es Zeit Abschied zu nehmen und auf dem Rückweg nach Lijiang (von wo wir morgen früh nach Shanghai zurück fliegen) machten wir noch eine Pause mit Spaziergang an einem kleinen Bergdorf. Perfekt für den Abschluss dieses wunderbaren Urlaubs.

Yunnan – es war toll – wir waren sicher nicht zum letzten Mal hier!

Yunnan – Lijiang

Oder – wie Sie sehen, sehen Sie nichts 😄

Lijiang liegt auf 2600m und ist eigentlich bekannt für den guten Blick auf den „Jade Dragon Snow Mountain“, ein Bergmassiv deren höchste Spitze 5596m hoch ist. Leider wird der Berg oft von Wolken umhüllt und wir haben ihn noch nicht gesehen 🙈. Gibt es ihn überhaupt 🤷‍♀️?

Oben unsere Sicht vs. unten das Werbeprospekt

Dafür haben wir mal wieder einen Hügel erklommen. Und zwar sind wir die endlosen Treppenstufen am Dragon Pool Park hochgestiegen- bis uns Wind und Regen zum Umkehren zwangen. Aber der tolle Blick auf Lijiang war es wert.

Wir haben uns hier ein etwas nobeleres Hotel- das „Intercontinental“ gegönnt. Mit schönem indoor Pool, Spa und Sauna – gerade bei schlechtem Wetter eine gute Option mit Kindern.

Am zweiten Tag in Lijiang ging es zum Wenhai Lake. Abseits der Touristen konnten wir hier auf ca. 3000m um den See wandern. Durch kleine Bauerndörfer, Yak- und Kuhherden und die Kids konnten sogar eine Weile am See entlang reiten. Tatsächlich war ich total überrascht, dass es auch hier frei laufende – quasi Almkühe gibt. Schon auf der Hinfahrt durch die Serpentinen sind sie uns über die Straße gelaufen. Und auch Pferde grasen hier freilaufend auf den Wiesen. Man glaubt kaum, dass man hier immer noch in China ist. Ich habe immer gesagt, dass ich in China kein Tier sein möchte aber hier in Yunnan scheint es doch auch für Tiere lebenswert zu sein 😄.

Die Menschen sind hier auch ganz anders als in Shanghai. Sehr mongolisch geprägt mit für chinesische Verhältnisse dunkler, fast schwarzer Haut und sehr freundlich und zurückhaltend. Mittags sind wir bei einer Familie zum Essen eingekehrt und – was soll ich sagen- es war saulecker☺️.

Auf dem Rückweg haben wir noch das kleine Städtchen Shuhe besucht. Leider waren die Kinder (und mein Mann) auch mit Eis und Limonade nicht mehr für Sightseeing zu haben und ich habe nur eine kurze Runde durch die wunderschöne Altstadt gedreht. Überall kleine Cafés, Geschäfte, Bars aus denen Livemusik ertönt aber nicht nervig sondern ganz entspannt. Süße Gärten, verwinkelte Gassen und einfach eine schöne Atmosphäre- hier lohnt es sich mal längere Zeit einzuplanen.

Das kleine Oertchen Shuhe

Am zweiten Tag in Lijiang haben wir uns den Jade Dragon Snow Mountain vorgenommen. Nach dem Motto, wenn der Berg nicht zu uns kommt-kommen wir eben zum Berg. Da es sich um DIE Touristenattraktion der Region handelt, ist alles für große Gruppen und Haufenweise Menschen ausgelegt. Man fährt mit dem Auto bis zum letzten Parkplatz, wo man noch so einige Mal verschiedene Codes scannen muss und sich mit den lebensnotwendigen Dingen für den Berg ausrüsten kann. Wir trauten unseren Augen nicht aber es werden tatsächlich Sauerstoff-Flaschen verkauft und lange Mäntel gibt es auch zum leihen 🙃. Wir waren gespannt was uns oben erwartet.

Mit der Gondel ging es hoch auf auf lediglich 3300m. Wir haben mit Schnee oder zumindest Schwindel erregenden Aussichten gerechnet und waren dann doch etwas enttäuscht, dass es “nur” Wald war, der auf uns wartete. Es war aber ein wirklich hübscher Wald, der für die Touristen tatsächlich inszeniert wurde wie eine Filmkulisse. Inclusive freilaufender Kühe und Pferde. Typisch chinesisch führte ein angelegter Steg hindurch, den man auch nicht verlassen sollte. Man muss wissen, dass die meisten Chinesen sich schnell verloren fühlen, falls nicht vorgegeben ist, wo sie langgehend sollen und man den Massen in der Hochsaison nicht Herr wird ☺️.

Auf dem Weg wurden wir des öfteren gefragt, ob Leute Fotos mit uns bzw. mit unseren Kindern machen dürfte. So nett fragt in Shanghai kaum jemand, die machen einfach. Auf die Frage, wo wir her kommen, antworteten wir ganz selbstbewusst „De guo ren“. (Wir sind deutsche Leute). Wir mussten den Satz 5x wiederholen, bis der junge Chinese lachte und sagte „Aah, De guo ren“😄. Was zum Teufel haben wir falsch gesagt ???

Anfangs haben wir noch Brautpaare gezählt, die zum Fotos machen in diese schöne Kulisse gefahren sind, bei diesem Anblick haben wir es jedoch aufgegeben 🙈. (Hier sollte eigentlich die Spitze des Snow Mountains im Hintergrund sein, wird sicherlich reinretuschiert 😄).

Das sind alles Brutpaare ☺️

Immer wieder begegneten uns Menschen, die einen tiefen Schluck aus Ihrer Sauerstoffflasche nahmen 😆 verrückt.

Etwas weiter unterhalb der Gondelstation befindet sich noch das “Blue moon Valley”. Wunderbar klares Gletscherwasser, welches durch das Kalkgestein tuerkis leuchtet. Diesem Natur Spektakel wurde natürlich auch noch etwas nachgeholfen, um möglichst viele Touristen zu beglücken.

Hier waren wir leider nicht alleine und haben uns auch nicht zu lange aufgehalten. Zu viele Instagram-Inszenierungen und Sauerstoffflaschen tragende Chinesen 🙈. Außerdem trägt Phillip Lina mit ihren 12 +x Kilo auf dem Rücken, was an Tag 5 dann auch zu spüren ist…

Yunnan – Dali

Herrlich – schon der erste Tag hat absolut alles gehabt, weswegen wir hier sind. Nette Menschen, viel Natur, frische Luft, ein authentisches Hotel und ganz viel Familienzeit. Yunnan ist eine südwestchinesische Provinz, die im Süden an Laos und Myanmar und im Norden an Tibet grenzt. Uns hat es in die Berge gezogen, wir sind also im Norden von Yunnan und unsere erste Station ist Dali (ca. auf 1900m).

Nach 3,5h Flug von Shanghai sind wir gut gelaunt in Dali gelandet. Unser Hotel liegt in mitten der Altstadt eines kleinen Ortes bei Dali. Das „Linden Centre“ war wohl mal ein Tempel und wurde von einem amerikanischen Paar ganz wunderbar mit viel Liebe zum Detail renoviert und ist wirklich ganz gemütlich und authentisch für diese Region, in der viele ethnische Minderheiten leben.

Wir haben uns für den ganzen Urlaub einen Fahrer gebucht, was für die Rundreise ganz praktisch ist, da man den halben Hausstand dann einfach im Auto lassen kann und spontan entscheiden kann, was man für den Ausflug braucht. Vor allem, weil hier zu dieser Jahreszeit wettertechnisch alles passieren kann. 4 Jahreszeiten an einem Tag – zwischen 8 und 30 Grad ist alles möglich 🌞🌦🌧⛈💨. Und natürlich ist am Ende das was man braucht dann doch im Auto geblieben 🙃. Unser Fahrer ist Mr Wang – ein netter Typ.

Am ersten Tag hatten wir uns einen Guide gebucht. Eric hatte viel vor mit uns. Als erstes erkundeten wir den Ort, die angrenzenden Reisfelder und den hiesigen Markt.

Teilweise wurde der Reis bereits geerntet und das Heu wird als Tierfutter verwendet- hier ist das Handarbeit

Später ging es dann etwas weiter in die Berge, wo wir auf einer Teeplantage unseren eigenen Tee ernten und viel über die Herstellung lernen konnten. Natürlich auch mit einer traditionellen Teezeremonie verbunden. Das ganze war auch für die Kids ein super Erlebnis.

Ganz rechts übrigens unser Fahrer.
Auch aus Rosenblüten wird hier Tee gemacht.

Nach einem kurzen Spaziergang zu einem kleinen „Wasserfall“ (wenn man das so nennen kann 😄), wo Vincent natürlich erst mal die Wassertauglichkeit seiner Hose und Schuhe testen musste 😏, ging es weiter zu einem buddhistischen Tempel mitten im Wald. Diese Tempel sind zwar immer wieder beeindruckend, allerdings haben wir seit unserer Vietnamreise definitiv genug Tempel gesehen und haben stattdessen die Natur genossen. Wald – richtiger Wald, in 5D sozusagen. Nicht künstlich angelegt, sondern alte wild gewachsene Bäume (einer sogar über 1000 Jahre alt). Es riecht und schmeckt nach Holz und Nadeln, die Luft ist feucht und warm und sogar wilde Eichhörnchen 🐿 gibt es hier.

Ob die abends an einem Spieß landen – wer weiß 🤷‍♀️. In Shanghai haben wir nur so eins gesehen ☺️.

Kaum zu glauben, oder?

Wir genießen die kleine Wanderung durch den Wald in vollen Zügen und die Kinder sammelten wie verrückt Steine und Stöcke. Offensichtlich haben auch sie die Natur vermisst.

Am Nachmittag stand dann noch ein Besuch der Altstadt von Dali auf dem Programm. Sehr sehenswert, wenn auch sehr touristisch. Aber zum Glück sind wir von den touristischen Massen bisher verschont geblieben. Auch Eric musste am Ende einsehen, dass das dann genug Programm für einen Tag mit Kindern war und wir verzichteten auf den Besuch der katholischen Kirche in Dali.

Einer der Eingänge zur Altstadt.

Dafür gab es noch ein leckeres Essen im Hotel, bevor wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Lijiang machten.

Du merkst, dass es Herbst wird in Shanghai…

…wenn das Thermometer plötzlich unter 30 Grad fällt

…Du es auf einmal frisch findest draußen, weil das T-Shirt nicht mehr an dir klebt

…Du wieder draußen grillen und auch essen kannst

…die Oktoberfestsaison startet

…vom Rasen im Garten nichts mehr übrig ist

…die Kinder Lieder übers das Mondfest singen

…das Compoundmanagement den Eingang festlich schmückt

…Du im strömendem Regen vor der Schule stehst und dir eine dicke Erkältung einfängst

Wir genießen diese Zeit sehr. Und freuen uns jetzt auf die bevorstehenden Ferien. Aufgrund der 14-Tage Shanghai Regelung der Schulen bleiben die meisten Familien hier und dazu kommen noch die vielen inländischen Touristen in der golden week (alle Chinesen haben gleichzeitig frei). Da wird die Stadt und vor allem die Ausflugsziele voller sein als sonst. Also sind wir gleich doppelt froh nochmal rauszukommen. Am 5. Oktober gehts los. Nach Yunnan im Süden von China. An der Grenze zu Tibet erwarten uns hohe Berge, frische Luft und beeindruckende Natur. Allerdings haben außer uns wahrscheinlich noch ein paar andere Menschen das gleiche Ziel 🙈. Wir werden berichten.

Hier noch etwas aus der Reihe „meine Bestellungen im chinesischen Onlineshop“.

Etwas klein geraten 🤷‍♀️

Ach und wenn es mal langweilig wird… schmeisst Lina einfach die Bügelperlen auf den Boden 🙈. Kennt ihr die noch? Neben den Pokémon- Karten auch so ein Relikt aus grauer Vorzeit, was bei unseren Kindern wieder total angesagt ist 😄. Oder wir gehen einfach in den Laden nebenan und spielen mit der Tochter der Besitzerin.

In diesem Sinne einen schönen Herbst euch ✌🏻

Staycation die 2.

Wir können es nicht lassen. Es zieht uns einfach raus aus der Stadt. Anstelle eines langen Wochenendes in Guilin zwischen grünen Teeplantagen, Bergen und Reisfeldern, leisteten wir der neuen “Stay in Shanghai Regel” folge und blieben im Stadtgebiet. Mit unseren Freunden verbrachten wir dafür ein paar Tage im Sofitel Sheshan Oriental Hotel, umgeben von verschiedenen Parkanlagen (Sheshan Botanical Garden, Sheshan National Forest Park, Sculpture Park und Happy Valley) und mit netter Pool Anlage. Quasi ein Naherholungsgebiet nur 20 Minuten Fahrt von uns.

Im Botanischen Garten war ich zwar schon mal, allerdings haben wir noch längst nicht alles gesehen. Und für ein Picknick im Grünen mit Spielplatz und der Möglichkeit Drohne und Drachen fliegen zu lassen, war es genau richtig. Nicht nur im Hotel, auch im Park waren wir an diesem Tag wohl die einzigen Laowais und somit mal wieder ein beliebtes Fotoobjekt 🙈. Dieses Mal wurden wir sogar von einem hoch ausgerüsteten Paparazzi regelrecht verfolgt. Auf die Frage, ob er uns ein Paar der Bilder schicken könnte, ernteten wir allerdings nur ein verschmitztes Lächeln 😀.

Da fühlen sich die 2 Tage Wochenende doch gleich viel länger an. Außerdem haben wir tatsächlich die letzten Sonnenstrahlen erhascht, bevor auf einmal der Herbst mit viel Regen und Temperaturen unter 30 Grad eingefallen ist ☔️ ⛅️.

Ob wir das Hotel empfehlen können? Das kommt tatsächlich ganz auf die Erwartungen an. Es ist eben ein in die Jahre gekommenes, chinesisches 5 Sterne Hotel, was seine besten Jahre sicherlich hinter sich hat. Es erfüllt den Standard – mehr aber auch nicht. Wie so oft könnte man mit wenigen, kleinen Handgriffen vieles optimieren aber wieso, wenn die Gäste auch so kommen 🤷‍♀️. Tatsächlich ist die gute Lage und die Pool Anlage mit dem Sandstrand bei schönem Wetter das Highlight. Unsere Kids waren super happy 😃 und somit auch wir!

KTV – mein 1. Mal

Ehrlich gesagt hatte ich keine Vorstellung was mich erwartet, als die Mütter unserer “Krabbelgruppe” den Vorschlag zum KTV machten. Was kann schon so lustig daran sein, in einem kleinen Raum zu sitzen und Lieder zu singen 🤷‍♀️. Aber tatsächlich scheint es in China eine Art Volkssport zu sein. Zumindest in den großen Städten gibt es kein Einkaufszentrum ohne KTV und auch in jedem größeren Hotel gibt es einen KTV Raum. Also auf jeden Fall etwas, was in der China- Erfahrung nicht fehlen darf ☺️.

Nachdem wir endlich den richtigen Laden gefunden hatten, mussten wir uns erst mal orientieren. Im Eingangsbereich ein Billardtisch und ein kleiner Supermarkt für Getränke und Snacks, in dem man sich für den Abend eindecken kann. Eine nette Bedienung hat uns dann mit unserem Einkaufswagen durch das Labyrinth von bunt beleuchteten dunklen Fluren zu unserem Zimmer begleitet. Zwischendurch haben wir uns schon gefragt, ob wir nicht in einem Stundenhotel gelandet sind 🤔. Wir liefen vorbei an hunderten von Türen, hinter jeder ein kleines „Wohnzimmer“ mit Couch, mehreren Fernsehern und Mini-Bühne und singenden Chinesen.

No.309 war unseres 😆.

Nachdem wir es geschafft hatten, im chinesischen Menu, die englischsprachigen Songs zu finden, dauerte es ein Paar Minuten und mindestens ein Getränk, bis in die Mikros ein herzhaftes „Let it go, let it goooo“ (Mütter von Mädchen wissen Bescheid 😁) geschmettert wurde. Und nachdem das Eis gebrochen war und von Backstreet Boys über Linking Park und Bon Jovi alles dabei war, was uns an unsere Jugend erinnert, wurden die Mikrofone heiß gesungen. Irgendwie befreiend, dieser geschützte, schallisolierte, gemütliche Raum, in dem man einfach mal alles rauslassen kann🎤🥳.

Die 2 Stunden, die wir gebucht hatten, vergingen wie im Flug und natürlich wurde verlängert bis die Heiserkeit einsetzte. Es war ein toller Abend und ich verstehe wirklich die Begeisterung für diesen verrückten Zeitvertreib.

Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein ☺️

Das ist Shanghai

Und Bähm! Da war er wieder – der Hammer, mit der die chinesische Regierung mal wieder etwas entschieden hat. Naja grundsätzlich war es die Schulbehörde zusammen mit dem District und so sehr überraschend war es nun auch nicht aber trotzdem- frustrierend. Wir hatten uns daran gewöhnt täglich Zettel auszufüllen, Temperatur zu messen, Masken tragen, Codes scannen und nicht zu wissen, wann wir wieder nach Deutschland oder ins Ausland reisen können.

Und wir sehen es als Chance, uns mehr von China anzuschauen. Zudem ist es das letzte Jahr, indem wir noch außerhalb der Schulferien reisen können. So haben wir uns voller Motivation in die Reiseplanung gestützt, lange Wochenenden gebucht und natürlich auch die Golden Week im Oktober verplant. Und jetzt das. „Die Kinder dürfen das Schulgelände nur noch betreten, wenn sie nachweislich 14 Tage in Shanghai waren.“ Bähm 🔨 da geht sie dahin die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub. Naja, wir haben immer noch den Vorteil, dass die Kinder keine Schulpflicht haben und ich nicht arbeiten muss. Ein langes Wochenende lohnt sich zwar nicht aber die Yunnan-Reise im Oktober werden wir uns nicht nehmen lassen. Das führt dann zwar dazu, dass Lina erst im November mit der Kita starten kann aber dann mit tollen Eindrücken und Erinnerungen im Gepäck 😀.

So, genug gejammert. Dafür haben wir jetzt noch mehr Zeit unsere Stadt zu erkunden, in der wir gerade leben 👍🏻.

Shanghai ist mit 24,3 Millionen (2019) Einwohnern die größte Stadt in China und liegt direkt an der chinesischen Küste. Für mich immer wieder faszinierend sind die krassen Gegensätze. Neben den futuristischen Towern im Stadtteil Pudong, sieht man immer noch vereinzelt alte, kleine Häuschen, in denen die Menschen in einfachen Verhältnissen leben.

Ähnlich wie die alte Chinesenstadt (ein Viertel in Shanghai, was bald abgerissen werden soll).

Neben Luxusautos und E-Rollern parken rostige Lastenfahrräder und -wagen, in denen ältere Menschen Müll einsammeln.

Neben riesen Malls, aus denen Menschen mit Prada Handtaschen strömen, steht ein zahnloser Opa im Pyjama. Der Obdachlose Bettler (gibt es eher selten) hat neben dem Pappbecher mit Kleingeld auch einen Barcode um den Hals, um ihm Geld virtuell zu schicken 🙃

All diese Dinge und noch viel mehr machen Shanghai so unglaublich faszinierend. Die kleinen Nudelküchen, die Gerüche.

Die Skyline, bei deren Anblick mir auch nach regelmäßiger Betrachtung immer noch der Mund offen steht.

Direkt gegenüber der Skyline die alten Kolonialbauten

Und nicht zuletzt die Former French Concession mit den Platanen, Bars und kleinen Gassen mit Lädchen, die zum Bummeln einladen.

Ich könnte noch so vieles aufzählen. Und umso trauriger sind wir, dass ihr uns nicht besuchen könnt. Zumindest nicht in diesem Jahr.

Wenigstens können wir auf diesem Wege unsere Eindrücke mit Euch teilen!

Yalong Tropical Paradise Forest Park

When hiking means hiking.

Ich freute mich riesig auf ein bisschen Abwechslung vom Pool und Strand Alltag und auf Natur. Schließlich hatten wir für Lina extra eine Kraxe mitgenommen. Und so starteten wir voller Elan zum Ausflug in den Regenwald. Der Park besteht aus drei Arealen im Gebirge in unterschiedlicher Höhe. Mit uns tummeln sich zahlreiche Gruppen in gleichfarbigen Shirts am Eingang. Vom dort aus startet man mit halboffenen Bussen, die einen in rasantem Tempo zum ersten Teil des Parks bringen. Ein schöner, natürlich künstlich angelegter Weg vorbei an Teichen, Wasserfällen und Orchideen-Häusern, führt durch den Regenwald. Wir dachten uns so „ist ja ganz hübsch hier aber alles so künstlich“. Und so folgten wir nicht den Wegweisern zur nächsten Bushaltestelle, sondern dem Schild „Hike Peak“. Ein kurzer Blick auf die Karte verriet uns, dass die drei Park-Areale auch durch einen Fußweg verbunden waren, alternativ zur Busverbindung. „Bus fahren kann ja jeder“ und tut auch jeder. Zumindest war auf unserem Hike kaum jemand zu sehen, während sich die Massen an die Busse reihten. Es war ein wirklich schöner Weg. Über Brücken, Felsen, durch Höhlen und kleine Bäche. Wären da nicht immer wieder diese endlosen Treppenstufen gewesen. Ich hatte schon gehört, dass Wandern in China meistens Treppensteigen bedeutet. Aber auf eine richtige Wanderung waren wir eigentlich gar nicht vorbereitet 🙈. Unser Erfahrung nach bedeutet hiking hier eher spazieren gehen. Und im Zweifel kann man immer in eine Gondel steigen. Nachdem wir 2 von 3 Wasserflaschen geleert hatten (32 Grad im Schatten, 100% Luftfeuchtigkeit + endlose Treppen steigen 🥵), verriet uns ein Schild, dass wir ca. 1/3 des Weges geschafft hatten. Whaaat 😳? Sollte also die Zahl, die ich vorhin auf einem Schild gesehen hatte (1490m) tatsächlich Höhenmeter gewesen sein 🤔?

Jetzt ergab das einen Sinn, denn aus einer Lichtung konnten wir nun die Spitze des Berges – unser Ziel- erkennen. Auweia, umdrehen machte keinen Sinn – also weiter! Wer konnte auch ahnen, dass die Fressbuden am Wegesrand alle geschlossen waren und dass mit „hike“ tatsächlich Bergsteigen gemeint war 🙈. Aber zum Glück haben die Kids super mitgemacht und während Phillips Klamotten trieften vor Schweiß 💦, hörte Vincent nicht auf zur erzählen, dass er ja sooo viel Energie hätte und wir nicht aufgeben dürfen! So viel Motivation von dem gleichen 5 jährigen, der heute morgen noch heulend vor uns stand, weil er ja gar keine Lust auf einen Ausflug hatte😄. Die Treppen waren schier endlos. Hinter jeder Kurve eine neue Treppe. Und kein Wasser mehr… Lina war mittlerweile eingeschlafen, die Kraxe auf meinem Rücken und auch meine Klamotten triefnass… Insgeheim wünschte ich mir ein kühles Radler und ein Schnitzel am Gipfel. Es wirkte fast wie eine Fatamorgana, als hinter der nächsten Treppe laute Stimmen zu hören waren.

Laute Stimmen = Viele Chinesen = Busanbindung = Gipfel 💪🏻 geschafft

Durch den schönen Ausblick wurden wir am Ende belohnt. Anstatt Radler und Schnitzel gab es Wasser, Eis für die Kids und Ananas für uns.

Wir waren übrigens nicht alleine am Gipfel 😉
Abenteuerlustige können entweder per ZIP-Line oder Rafting-Bahn den Berg runter düsen.

Als der Schweiß ein wenig getrocknet war, gönnten wir uns noch einen Gang über eine Glasbrücke mit wunderbarer Aussicht auf die Yalong Bay. Die Chinesen stehen voll auf Glasbrücken. Überall wo Touristen sind und es eine Aussicht gibt, wird eine hingebaut. Natürlich samt dem Kassenhäuschen ☺️. Insgesamt war es ein gelungener Ausflug und wir haben keine Stufe bereut!

Hainan – Entspannen auf chinesisch

Hainan liegt ganz im Süden von China, quasi auf gleicher Höhe wie Vietnam. Es ist grade Regenzeit aber trotzdem sehr heiss. Zwar haben wir während unserem Aufenthalt überraschend viel Regen aber so gönnen wir uns wenigstens ab und zu eine Pause von der Sonne. Das Ziel für diesen Urlaub war: maximale Entspannung. Und genau das machen wir auch. Keine Rundreise, keine Museen oder Tempel. Einfach mal abhängen ☺️ so wie ich gerade. Zwischen zwei Palmen auf einer Hängematte mit Kokosnuss in der Hand 🏝. Klischee erfüllt.

Die Reise war sehr unkompliziert. Endlich konnten wir mal von Honqiao fliegen, der Flughafen der nur 20 Minuten von uns entfernt liegt. Und außer zwei zusätzliche QR Codes und Mundschutz erinnerte nicht mehr viel an Corona. Nach etwas mehr als 2h Flug sind wir schon auf Hainan gelandet. Wenn man wie wir, in einer Poolvilla eines großen Resorts wohnt, könnte man überall sein. Bali, Vietnam, Thailand – der Strand und das Wetter können definitiv mit allem mithalten. Allerdings erinnert uns spätestens das Frühstücksbuffet täglich daran, dass wir immer noch in China sind. Ein Hauen und Stechen in einer wahnsinnigen Geräuschkulisse. In alle Richtungen werden allerhand Frittiertes, gebratenes oder Nudelsuppe umher getragen. Netterweise wurde uns gleich am ersten Tag ein kleines Separee zur Verfügung gestellt, wo wir zusammen mit unseren Freunden und den insgesamt 5 Kids (in Ruhe) frühstücken können.

Aber das Gedränge und Vorgedrängle an jeder Station ist für uns tatsächlich anstrengend. Die meisten Kinder werden beim Frühstück auch gleich vor das IPad gesetzt, was den Geräuschpegel zusätzlich beeinflusst ☺️. Zum Glück spricht Karo so gut chinesisch, dass wir uns gleich erst mal mit dem Restaurantchef angefreundet haben und auf einmal stehen schon Kaffee und Eivariationen auf unserem Tisch, bevor wir kommen. Das Personal ist super freundlich und total bemüht uns alles recht zu machen. Zum Beispiel haben wir einmal im gleichen Restaurant wie am Vortag reserviert und wollten den gleichen Tisch haben. Prompt hatten sie auch gleich die gleichen Gerichte wie am Vortag schon daraufgestellt 🙈😄 wirklich süss.

Die Haitang bay, an der unser Hotel liegt, ist wunderbar ruhig. Keine Motorboote oder Jetskies, keine Surfer oder Bananenboote – einfach nur Strand und Meer. Und ein Paar guards, die aufpassen, dass man bei roter Flagge auch nicht zu weit ins Wasser geht. Schwimmen im Meer ist hier leider aufgrund der Strömungen verboten. Die meisten Chinesen gehen sowieso nur mit Schwimmhilfe ins Wasser aber in der prallen Sonne schon gar nicht an den Strand. Jetzt grade bin ich Kilometerweit die einzige Person am Strand – herrlich.

Mit der Dämmerung oder Wolken wird es anders. Da kommen alle aus ihren Löchern und genießen das Strandleben auf ihre Weise. Vor allem aber mit sämtlichen UV Schutzmaßnahmen, die Decathlon zu bieten hat. Am interessantesten finde ich immer noch diese langen Ärmel, die man sich unter das T-Shirt schiebt. Oder die dünnen Jacken mit Kaputze (ich dachte immer es sind Wind- oder Regenjacken). Gebräunte Haut ist ein Zeichen für niedere Arbeit auf dem Bau oder Feld. Der gebildete Chinese hat blasse Haut als Zeichen dafür, dass er drinnen (im Büro) arbeitet.

Außerdem gibt es auch hier Unmengen an Hochzeitspaaren, die sich in der karibischen Kulisse fotografieren lassen. Dafür werfen sie sich in die schrägsten Kleider und sie (vor allem die Männer) tun uns bei der Hitze wirklich leid, wie sie da so ganz entspannt in die Kamera lächeln sollen 😃. Heute habe ich einem Paar zugeschaut, wie er verzweifelt versucht hat, eine Seifenblase um seine Frau herum zu kreieren 🙈 verrückt. Und dann noch die Braut in rot ( ich habe die nicht fotografiert), die sich in regelmäßigen Abständen in den Mülleimer übergeben musste 🙈.

Schon bald fliegen wir wieder nach Shanghai. Ein wunderbarer Urlaub geht zu Ende. Trotzdem sind wir ein wenig wehmütig, denn eigentlich wollten wir doch diesen Sommer in Deutschland genießen…wann wir wohl wieder „einfach mal“ nach Hause fliegen können?

Einen Ausflug haben wir jedoch auf Hainan noch gemacht. Zum „Tropical Paradise Forest Park“. Der verdient allerdings einen eigenen Blog Eintrag ☺️.

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten