Von Häufchen und Böllern

Vom Chinesische Neujahrsfest habe ich euch ja bereits berichtet. Nachdem einige Abende wirklich viel und laut geböllert wurde und die offiziellen Feiertage vorüber waren, dachten wir der Spuk sei endlich vorbei. Das Kinder ins Bett bringen wurde von Tag zu Tag aufwändiger, da die Chinesen mit den Böllern anscheinend immer warten, bis die Laowai Kinder im Bett liegen und einschlafen wollen… Down Town ist das Böllern sogar verboten aber hier im Outback muss man sich wohl gegenseitig übertrumpfen. Wie ich gelernt habe, wird unter Anderem der Wohlstandsgott mit Feuerwerk geehrt und umso lauter es kracht, umso mehr Wohlstand könnte es bringen 🙈. Nach 14 Silvester Nächten, hört man jetzt des nachts zum Glück nur noch vereinzelte Böller krachen. Wahrscheinlich müssen die Reste noch verbraucht werden. Aber auch jetzt immer genau dann, wenn die Kinder einschlafen wollen (wir haben da unterschiedliche Zeiten getestet🙃).

Wo wir gerade bei nervenden Geräuschen sind, muss ich Euch noch von den Hühnern erzählen 🐓🐓. Wir wohnen in einem vergleichsweise kleinen Compound. Für die Ingolstädter unter Euch, so wie das kleine Neubaugebiet, in dem wir dort wohnen (zwischen Takko und Norma). Es gibt nur eine Ein- und Ausfahrt, die von grimmigen Guards bewacht wird, die sich einen Spaß daraus machen die Schranke erst dann zu öffnen, wenn ich den Schwung mit Fahrrad und Anhänger verloren habe, so dass ich beides durch die Schranke schieben muss 🤨. Meine allseits freundliche „Ni hao“ Begrüßung wird stets ignoriert, einzig und alleine Lina schafft es manchmal einem bestimmten guard ein Lächeln abzuzwicken. Auf jeden Fall gibt es eine Compound-Chatgruppe, gegründet vom compound-management, mit allen Nachbarn, Mietern und Vermietern. Es ist ein Mix aus vielen Nationalitäten, Chinesen, Koreaner, ein paar Europäer. In letzter Zeit wird dieser Chat fast ausschließlich für Beschwerden über freilaufende Hunde, Hundekot auf Straße oder in Gärten genutzt. Tatsächlich sind auch hier die Hundebesitzer dazu aufgefordert, die Hinterlassenschaften ihrer 4-Beiner zu beseitigen. Dank der vielen Kameras, wird das ganze im Chat auch immer schön dokumentiert und bebildert. Alles natürlich im Sinne der Gemeinschaft ☺️.

Na, welches Häufchen ist wohl vom Huhn?

Jetzt war uns das schon länger zu blöd und wir verfolgten den Chat nur unregelmäßig. Interessant wurde es allerdings letzte Woche, als es auf einmal ein Huhn gewesen sein sollte, dass vor eine Haustür gekackt hatte 😄. Jetzt gibt es hier nicht soooo viele Nachbarn mit Hühnern. Wir wohnen gleich hinter dem Eingang und gegenüber von uns wohnt ein altes chinesisches Ehepaar, von denen ich bisher nur den Mann mal ab und zu gesehen habe. Immer mit Kochschürze und Daunenjacke. Naja, aus deren Garten war seit einigen Wochen Gegackere zu vernehmen und auch ein Hahn war nicht zu überhören. Eigentlich ganz nett – bringt ja ein wenig Landfeeling. Aber des Öfteren büxten die Viecher wohl mal aus und schauten sich andere Gärten an ☺️. Ob das unsere guards wohl auch lustig fanden 🤔? Es kam auf jeden Fall die prompte Meldung des Compound Managements, dass die Haltung von Hühnern verboten ist. Und keine 2 Stunden später, standen ein Paar uniformierte vor der Tür der Nachbarn, um lautstark über die Hühnerhaltung zu diskutieren. Definitiv ein Highlight der letzten Woche ☺️ (auch hier passiert grade sonst nicht viel). Ein paar Tage haben wir ihn noch gehört den Hahn. Aber seit heute ist es ruhig geworden hinterm Zaun der Nachbarn … ob sie wohl im Topf gelandet sind?

Ansonsten haben wir noch ein Paar Bilder aus den Ferien für Euch.

Ein leicht überfüllter Parkeingang – da kommt Freude auf 🙃
Ein Ausflug zum Westbund
Wurde das Hotel wohl in die Schlucht gebaut oder die Schlucht um das Hotel 🤔

Happy Chinese New Year

Hier in China geht das Jahr der Maus zu Ende und das Jahr des Ochsen beginnt. In Summe gibt es 12 Tierkreiszeichen, die immer wieder aufeinander folgen und ähnlich wie die westlichen Sternzeichen auch Charaktere und Eigenschaften für das jeweilige Jahr vorhersagen.

Quelle: Pinterest

So löst der Ochse das chaotische Jahr der Ratte ab, steht für Stabilität und Stärke und bringt der Sage nach einen positiven Wandel. Na da wollen wir mal dran glauben 😀. Der Jahreswechsel wird traditionell mit Feuerwerk und Essen mit der Familie gefeiert. Jeder trägt etwas rotes und überall hängen rote Laternen und Ochsen in allen Formen und Farben 🐮.

Gefühlt knallt es über mehrere Tage an jeder Ecke.

Das erste mal sind wir zu dieser, für die Chinesen wichtigsten Jahreszeit, hier in Shanghai und nicht irgendwo im Urlaub. Es wurde zwar empfohlen, keine nicht unbedingt notwendige Reisen zu unternehmen, trotzdem ist gefühlt ganz China auf den Beinen. Auf dem Weg zu ihren Familien, auf Ausflügen, beim Essen und und und. Für eine Woche stehen die sonst so fleißigen Bänder still und jeder widmet dich seiner Familie.

Auch wir genießen die Zeit als Familie mit Papa zu Hause und erkunden gemeinsam die Stadt.

Heute waren wir mit zwei, drei anderen Menschen im Yu Garden, der zu dieser Jahreszeit ganz besonders schön dekoriert ist.

Ein Hauch Italien in Shanghai

Anlässlich seines runden Geburtstages haben Phillip und ich einen wunderbaren Tag in Shanghai erlebt und alle Vielseitigkeit der Metropole genossen.

Zum Frühstücken bzw. Brunchen gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Französisch, amerikanisch, chinesisch oder italienisch oder oder – die Auswahl ist unermesslich. Wir entschieden uns für italienisch. Das Alimentari liegt mitten in der French concession (es gibt noch das Alimentari grande – auch sehr empfehlenswert 👍🏻) und bringt einen Hauch Italien nach China. Es kombiniert einen Shop mit toller Auswahl an italienischen Produkten mit einem gemütlichen Bistro. Man kann zu jeder Tageszeit italienisches Flair genießen, während man das chinesische Treiben in der French Concession beobachtet ☺️. Die Former French Concession hat ihren ganz eigenen Charme. Die vielen kleinen Reihenhäuser, mit unzähligen kleinen Boutiquen und Restaurants. Ich liebe es hier besonders im Sommer, wenn überall draußen sitzen kann. Aber auch zu dieser Jahreszeit, hat man nicht das Gefühl hier in einer Großstadt zu sein.

Nach einem Spaziergang unter den Platanen (derzeit noch ohne Blätter), haben wir uns aufs Leihfarrad (jetzt weiß ich ja endlich wie die Dinger funktionieren 😄) geschwungen und sind ca. 20 Minuten bis zur East Nanjing Road gefahren. Hier hat man ein ganz anderes Bild. Großstadtfeeling. Eine Menge Leute tummeln sich hier in dieser Fußgängerzone zwischen allen großen Bekleidungsmarken und man merkt kaum, dass gar keine Touristen in der Stadt sind – so voll ist es sogar vormittags an einem Wochentag.

Was ein schöner Tag in Shanghai.

Heute, knapp eine Woche später wären wir nicht so arglos unterwegs. Denn tatsächlich poppten zwischenzeitlich an mehreren Stellen in unserer Stadt wieder Corona Fälle auf. Nach ewiger Ruhe, was das Thema in Shanghai angeht, kam das wirklich überraschend. Und auch wenn es sich bisher nur um einige wenige Fälle handelt, führt das doch wieder zu massiven Einschränkungen. Die betroffenen Gegenden wurden gleich ganz abgeriegelt, einige Schulen geschlossen und in allen öffentlichen Gebäuden herrscht wieder Maskenpflicht und auch der grüne Health Code auf dem Handy ist wieder unersetzlich. Wir hoffen, dass unsere Schule noch bis zu den Ferien geöffnet bleiben kann. Aber es bleibt ein mulmiges Gefühl und vieles erinnert an die Stimmung im letzten Frühjahr. Das Thema ist also auch hier noch lange nicht vom Tisch. Wir denken viel an unsere Familien und Freunde im Lockdown in Deutschland – haltet durch!

Nudelperformance und Schokotraum

Im Gegensatz zum Rest von China gibt es hier in Shanghai und auch in Peking eine unfassbar große Auswahl an Restaurants aus aller Herren Länder in allen Preis- und Qualitätsklassen. Wenn wir in China reisen, stellt sich hingegen immer die Frage, ob es westliches Essen bzw. westliches Frühstück gibt. In den meisten kleinen, hübschen Boutique Hotels gibt es nämlich Nudelsuppe und andere chinesische Köstlichkeiten schon zum Frühstück. Wir und vor allem unsere Kinder sind damit auf Dauer leider nicht zufrieden zu stellen ☺️.

Wie dem auch sei, ein typisch chinesisches Essen ist der HotPot. Eigentlich so ähnlich wie bei uns das Fondue nur mit Brühe anstatt Fett 😅. Eine ganz bekannte Adresse für HotPot ist hier das Haidilao. Bei Haidilao (eine Kette) wird super viel Wert auf Sevice gelegt und sobald man den Laden betritt, werden einem alle Sorgen und die Mäntel abgenommen. Überall breit grinsendes Servicepersonal, die einen mit einem freundlichen „Ni hao“ begrüßen. Man hat quasi sofort seine eigene Bedienung, die versucht einem alle Wünsche von den Augen abzulesen. Muss man auf sein Essen oder einen Tisch warten, kann man eine kostenlose Maniküre in Anspruch nehmen ☺️.

Und kommt man mit Kindern, dürfen die das Spielzimmer benutzen und man kann sie über ein IPad beobachten 😄. Natürlich passt auch zusätzlich noch eine Ayi auf sie auf. Was will man mehr 🤔. Ach so, essen natürlich. Selbstverständlich auch via IPad kann man nun die rohen Zutaten bestellen, die man dann selbst in die Suppe schmeißen kann. Lecker 🤤! Das Highlight ist dann auch noch der Noodle-Man. Wenn man Nudeln bestellt, kommt ein lustiger dude im Trainingsanzug und schwingt den Nudelteig in einer sportlichen Performance durch die Luft, bevor sie ihr Ende in der kochenden Suppe finden. I love it ☺️.

Oben links eine Geburtstagsfeier mit Leuchtreklame ☺️

Haidilao ist also immer wieder ein Erlebnis. Wer weiß, vielleicht können wir doch noch irgendwann mit dem ein oder anderen von euch dort hingehen. Ich hab sogar gehört, wenn man alleine kommt, setzten sie dir eine Puppe mit an den Tisch, damit man sich nicht so alleine fühlt 😊.

Kurz vor dem Jahreswechsel ist es kalt geworden in Shanghai. Also richtig kalt 🥶. Tagsüber -4 Grad, das sind die Shanghainesen nicht gewohnt und die Häuser und Wohnungen sind auch nicht dafür ausgelegt. Es sind nicht wenige Leitungen eingefroren und es gab detaillierte Instruktionen des Compoundmanagement, man sollte sogar Wasser einfach laufen lassen 🙈.

Zugefrorene Seen- ein seltener Anblick

Verrückt. Naja, nach einer Woche Kälteeinbruch, freuen wir uns dieser Tage über frühlingshafte 17 Grad und Sonnenschein. Auch verrückt.

Letztes Wochenende haben wir einen Ausflug zur Zotter Schokoladenfabrik gemacht. Ein Traum aus feinster Schokolade – nicht nur für Kinder. Tatsächlich hat der Schokoladenhersteller aus Österreich in Shanghai eine Marktlücke entdeckt. Zahlreiche Schulen haben hier regelmäßig Ausflüge hin gemacht- derzeit fallen diese leider auch Corona zum Opfer. Durch gefühlt tausend Schokobrunnen und Schokolade in jeglicher Geschmacksrichtung und Form kann mann sich hier probieren und sogar seine eigenen Schokoladen kreieren. Wortwörtlich ist hier jeder am Ende voller Schokolade 😃.

Auch hier bei uns gehen die Corona Infektionszahlen gerade wieder nach oben. Zwar sind die Zahlen vergleichsweise gering, die Regierung verschärft aber wieder die Regeln und empfiehlt keine Reisen über das chinesische Neujahrsfest im Februar. So bleiben unsere Urlaubspläne in der Schublade. Aber es gibt sicher auch in Shanghai für uns noch mehr zu entdecken ☺️. Also Maske auf und durch.

Christmas with a view

Wir wünschen Euch allen ein gesundes und glückliches neues Jahr voller wundervoller Momente und unvergesslicher Erlebnisse!

Ich hänge etwas hinterher mit meinen Beiträgen und berichte Euch nun von unserem Weihnachtsurlaub 🎄.

Erst mal waren wir eine Woche auf Hainan – etwas Sonne tanken und relaxen, so war der Plan.

Mit dem Relaxen das hat auch gut geklappt, die Sonne hat uns leider etwas im Stich gelassen. Aber wir hatten trotzdem eine tolle Woche und konnten stundenlang am Strand spielen, ohne ständig auf Sonnenschutz zu achten. Leider mussten wir uns dieses mal, aufgrund der Wolken, den Strand mit allen Chinesen teilen, für die das Wetter nicht besser hätte sein können ☺️. Außerdem waren so viele Freunde und Bekannte zur gleichen Zeit in der Nähe unterwegs, so dass wir uns öfter mal getroffen haben.

Am 23.12. ging es dann direkt ins winterliche Peking.

Unsere Freunde, die im Oktober von Shanghai dorthin gezogen sind, hatten uns und noch eine Familie zu Weihnachten eingeladen und wir haben uns alle sehr auf das Wiedersehen gefreut. Erst hatte ich ein wenig Angst, dass es mit 7 Kindern und 6 Erwachsenen etwas zu turbulent in einem Haus werden könnte aber ich wurde positiv überrascht. Die Kinder haben wunderbar harmoniert und wir hatten eine fantastische Zeit. In Peking ist es richtig Winter und es ist oft weit unter 0 Grad. Aber dafür immer blauer Himmel und Sonne ☀️. Zum Glück hatten wir schon einen Koffer mit Schneeanzügen und Winterschuhen dorthin geschickt. Auf zugefrorenen Seen hatten die Kids ganz neue Spielmöglichkeiten 😀. Und sogar der Weihnachtsmann hat den Weg nach Peking gefunden.

Das absolute Highlight war allerdings unser Ausflug auf die chinesische Mauer. Nach nur 1h Fahrt erreichten wir am 1. Weihnachtsfeiertag gegen Mittag den Parkplatz und mit einer Gondel ging es hoch auf den Berg 🏔.

Auch wenn man schon viele Bilder davon gesehen hat, so in live haut einen das richtig um. Zwar ist es auch „nur“ eine Mauer – ähnlich wie eine alte Burgruine bei uns zu Hause, aber es ist sooo beeindruckend zu sehen wie sie bis zum Horizont weiter über jeden Bergkamm führt, soweit das Auge reicht.

An diesem Tag hatten wir in vielerlei Hinsicht Glück.

1. war es überhaupt nicht so kalt wie gedacht, bei 5 Grad und Sonne konnten wir die Kinder nach und nach wieder ausziehen ☀️.

2. war einfach überhaupt nichts los. Da die Chinesen keine Weihnachtsferien haben und keine ausländischen Touristen da sind, blieben die Massen aus und wir mussten weder anstehen, noch irgendwo im Gedränge um unser Leben bangen. Es war quasi ganz entspannt- das ist sehr selten für eine Touristenattraktion in China 😄.

3. Es ist nicht aller Glühwein im Rucksack ausgelaufen und wir konnten unser Picknick mit Dominosteinen, Spekulatius, Glühwein und Kakao in vollen Zügen genießen.

Das war wirklich ein „once in a lifetime“ Erlebnis, was uns für immer in Erinnerung bleiben wird.

Am 27.12. ging es dann für uns alle mit dem Schnellzug zurück nach Shanghai 1200 km in 4 Stunden 👍🏻.

Auch schön!

Hier in Shanghai hatten wir noch eine entspannte letzte Ferienwoche und eine wunderschöne Silversterfeier bei uns zu Hause. Die Ferien waren toll und wir haben wieder wunderschöne Zeiten erlebt und Erinnerungen gespeichert. Morgen startet dann wieder Schule und Kindergarten und der Alltag hat uns wieder 😄.

Kein Schnee in Shanghai?

In Shanghai gibt es unzählige Möglichkeiten, was man so in den Ferien machen kann. Ob Ponyreiten auf dem Hochhausdach, Streichelzoo in einer Mall, Skihalle oder Schlittschuhlaufen. Da gibt es eigentlich nichts was es nicht gibt. Inspiriert von einem Blogbeitrag von „nihaoshanghai“ sind wir nochmal schnell in eine Welt aus Eis und Schnee abgetaucht, bevor wir uns in den Inselurlaub verabschiedet haben. Wirklich faszinierend, was sich so alles in einem großen grauen Gebäude verbirgt. Mit dem Fahrstuhl in den 2. Stock und dann immer den versteckten Hinweisen zur Snowworld folgen. Mit einer ganzen Gruppe befreundeter Familien, hatten wir die location fast für uns alleine. Nachdem wir alle Kids winterfest eingepackt hatten (Schneeanzüge und Jacken gabs zum leihen), ging es durch eine dicke Tür hinein in den riesigen Kühlschrank. Wer es wie wir nicht nach Harbin (eine echte Eisstadt im Norden von China) schafft, hat hier ein Mini- Erlebnis. Schlitten fahren, Eis-Rutschen, Reifen-Rutschen, im Iglu spielen, Schbeeballschlacht alles ist hier möglich. Nur Skifahrern nicht – dafür gibt es eine andere Location. Da es in Shanghai im Winter so gut wie nie schneit, lohnt sich der Besuch auf jeden Fall. Die Kinder hatten einen riesen Spaß. Und das Schöne, zum Essen und Aufwärmen, kann man einfach durch die dicken Türen in Warme gehen. Da hat nur die Almhütte noch gefehlt 😀.

Endlich mal Touri sein

Jetzt ist es soweit – ich gehöre dazu – zu den nicht arbeitenden Mamas, deren Kinder von 8-15:00 fremdbetreut werden. Zumindest wenn sie nicht gerade krank zu Hause sind. Jetzt könnte man meinen, ich hätte Langeweile oder gaaanz viel Zeit aber neben Weiterbildung, Sprachkurs und Weihnachtsvorbereitung, kann es auch mal stressig werden. Da muss man gerade im ersten Kita-Winter jeden Tag der neu gewonnen Freiheit nutzen und genießen 🤣 und das fällt in einer Stadt wie Shanghai nicht schwer. Hinter uns liegt die letzte Woche vor den Ferien und ich hatte gleich zwei wunderbare Touri-Tage.

Am Montag habe ich mit einer Freundin den ganzen Tag in Tianzifang vertrödelt. Hier reihen sich unzählige kleine Gassen aneinander, in denen in jedem noch so kleinen Winkel neben Bars und Restaurants in Boutiquen und Lädchen Trödel und allerhand Nützliches und Unnützes angeboten wird. Wer mich kennt weiß, sowas liebe ich und könnte mich ewig hier aufhalten. Ich hatte es mir allerdings aufgehoben, bis die Kinder verräumt sind 😄. Natürlich tummeln sich hier normalerweise unzählige Touristen, die jetzt gerade ausbleiben. So konnten wir es ganz entspannt angehen.

Mein Highlight war ein unscheinbarer Laden, indem ich einen Lippenstift ergattern wollte. Und als die Verkäuferin mich fragte „would you like to do it yourself?“ (sie sagte es natürlich auf chinesisch und ich hab es nur mit Hilfe der Übersetzungsapp verstanden ☺️), habe ich erst das Konzept des Ladens verstanden. In einer Art Workshop kann man hier mit ein Paar Freundinnen eigene Lippenstifte kreieren – coole Sache👍🏻. Ich hab es lieber die Verkäuferin machen lassen, war aber echt begeistert. Farbe und Hülle konnte ich mir natürlich aussuchen.

An einer gemütlichen Straßenbar feierten wir unseren Tag dann noch mit Glühwein und dumplings 🥟, diese Kombi gibt es sicherlich nirgendwo anders auf der Welt 🤣.

Am Mittwoch durfte ich das Geschenk einer Freundin einlösen und wir bummelten durch die Former Frech Consession. Einer der schönsten Stadtteile mitten in Shanghai war früher mal von Franzosen besetzt. Hier stehen wunderschöne alte Villen, neben Reihenhäuschen gesäumt von grünen Platanen, wo auch unzählige Boutiquen und Bars zu finden sind. Nichts erinnert hier an die modernen Tower und die Hektik der Großstadt. Alles ist gemütlich, urig und verwinkelt.

Natascha und ich wollten beide schon immer mal mit den typischen Leihfahrrädern durch die Gegend fahren, die hier überall in der Stadt herumstehen. Wir hatten allerdings keine Ahnung, wie das funktioniert. Relativ schnell haben wir einen Barcode entdeckt, gescannt und dann sprang, wie von Zauberhand, auch schon das Schloss auf. Das war easy. Also cruisden wir ein wenig durch die Straßen und genossen die Freiheit unter der Sonne.

Dann wollten wir zu Fuß weiter. Fahrräder abstellen kann ja nicht so schwer sein 😅. Da standen wir also wie die Deppen mit unseren Handys in der Hand vor den klapprigen bikes und sind schier verzweifelt. Wir klickten uns wie wild durch die App, scannten, übersetzten die Seiten (natürlich alles auf chinesisch) aber das blöde Schloss ging einfach nicht zu. Ihr ahnt es vielleicht schon ☺️, nach endlosen bestimmt 20 Minuten ins Handy tippen, kam mir plötzlich die Idee – man könnte es ja mal mit der Hand versuchen. Und siehe da -das alte, rostige Schloss ließ sich kinderleicht schließen und schon verriet ein vertrauter Ton auf dem Handy „bing“, dass der Betrag von meinem Konto gebucht wurde 🤣. Einen Lachflash und einen Kaffee später freuten wir uns während einem Deluxe Lunch mit Blick auf einen kleinen Park über diese wertvolle Erfahrungen. Wie schön ist das, mal ganz entspannt Neues zu entdecken in Shanghai.

I love it

Weihnachtsgrüsse aus Shanghai

Tatsächlich sind wir dieses Jahr schon früh in Weihnachtsstimmung. Schon Ende November haben wir die ersten Plätzchen gebacken und ein Lebkuchenhaus dekoriert. Was gibt es schöneres, als sich mit zwei kleinen Kindern auf Weihnachten zu freuen ☺️

Sogar Blechbläser haben wir hier auf einem kleinen Weihnachtsmarkt

Rechtzeitig zum 1. Advent ist es auch kalt geworden in Shanghai und wir können in dicken Pullis gemütlich Ingwertee schlürfen. Pünktlich haben es sich auch die Kitaviren bei uns breit gemacht und das Teetrinken hat auch einen medizinischen Grund 🤧.

Ingwer, Gojibeeren und Zitronen gegen die Viren

Dieses Jahr haben wir uns tatsächlich einen künstlichen Weihnachtsbaum gekauft und das schon im Sommer. Letztes Wochenende haben wir dann endlich das Haus dekoriert und auch den Baum aufgestellt- soo schön! In dem großen Haus haben wir auch endlich mal Platz dafür ohne dass er von einem randalierendem Kind auf einem Bobby-car umgefahren wird 😁.

Stück für Stück zum fertigen Baum

Eigentlich sollte an Weihnachten unsere Familie aus Frankfurt anreisen und wir hatten uns so sehr darauf gefreut, sie zu sehen und gemeinsam einen unvergesslichen Urlaub in Malaysia zu verbringen- all das ist natürlich leider nicht möglich dieses Jahr😭 genau wie alle anderen Besuche, die für dieses Jahr geplant waren. Und unsere Lieben so lange nicht zu sehen macht uns wirklich traurig 😞. Aber gut, es hilft nichts und tatsächlich können wir gerade sehr glücklich sein. Denn wir können uns hier in China nahezu ohne Einschränkungen bewegen – meistens ohne Masken und Abstandsregeln. Tatsächlich hat der harte Lockdown im Februar, die Nachverfolgbarkeit von Kontaktketten und die verschärften Einreisebedingungen zusammen mit der Disziplin der Chinesen zum Erfolg geführt. Zwar gab es vereinzelt immer mal wieder einen COVID Fall aber dann werden sofort ganze Dörfer oder Städte abgeriegelt, durchgetestet und in Quarantäne gesteckt, um so die Verbreitung aufzuhalten. Letzte Woche durfte sogar der Weihnachtsmarkt an der Deutschen Schule stattfinden, was mal wieder eine sehr gelungene Veranstaltung war. Da der Winter hier in China gefühlt sehr lang und grau sein kann, gönnen wir uns vor Weihnachten noch ein Paar Tage Abwechslung auf der Insel Hainan ( wo wir auch im Sommer schon waren). Zusammen mit wahrscheinlich allen Expats (Chinesen feiern ja kein Weihnachten und nehmen auch kein Urlaub zu der Zeit), können wir dort noch ein paar warme Sonnenstrahlen tanken, bevor wir zum Weihnachtsfest bei unseren Freunden in Peking eingeladen sind.

Mit der ganzen Familie haben wir uns nochmal einen Teil der Shanghaier Altstadt angeschaut. Und es ist einfach immer wieder faszinierend, durch diese alten, engen Gassen zu laufen in denen die Leute ohne jeglichen Luxus, ohne Heizung oder warmes Wasser, auf so engem Raum aber offensichtlich total zufrieden leben.

Gesichter 😄
Diese Viertel werden nach und nach abgerissen und durch moderne Hochhäuser ersetzt.

Ihr seht, es ist was los bei uns. Vor dem Urlaub genießen wir noch die Vorweihnachtszeit in Shanghai und versuchen die gemeinen Kita-Viren loszuwerden 💪🏻. Schon am 11.12. beginnen hier die Ferien 🎄 euch allen frohe Weihnachten!

Von Mauern, Coaching und Yoga

Phillip war ja Ende Oktober ein Wochenende in Peking (von der Zugfahrt hatte er berichtet) und natürlich war er auch auf der chinesischen Mauer. Diese beeindruckenden Bilder möchten wir Euch nicht vorenthalten.

Wikipedia sagt: „die Mauer ist ein System historischer Grenzbefestigungen, bestehend aus zeitlich und geografisch verschiedenen Schutzmauern, welche die nomadischen Reitervölker aus dem Norden des chinesischen Kaiserreichs fernhalten und die Bevölkerung vor Raubüberfällen und Angriffen schützen sollte. Mit ihrem Bau wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. begonnen. Sie erstreckt sich nach neuesten Erhebungen über 21.196 Kilometer und umfasst 43.721 Einzelobjekte und Standorte.“ Sehr beeindruckend wie ich finde.

Als nicht arbeitender Partner werde ich von Freunden und Bekannten aus der Heimat schon des öfteren mal gefragt, was ich hier denn so die ganze Zeit mache. Die Frage ist berechtigt und es gibt nicht wenige Partner, die sich die Zeit mit Café mornings, Lunchdates, Maniküre, Sport und Sightseeing vertreiben. Was nicht verwerflich ist, denn wann im Leben hat man sonst mal Zeit für sowas? Mich hat es aber nach 1,5 Jahren mit Lina zu Hause in den Fingern gejuckt, neben chinesisch lernen auch noch etwas anderes für mein nicht mehr so beanspruchtes Hirn zu tun ☺️. Und so war ich froh, hier einen tollen Anbieter für eine Coaching-Ausbildung zu finden. Bei der IECL (www.IECL.com) habe ich jetzt eine Ausbildung zum Organizational Coach begonnen. Wer mehr dazu wissen möchte, kann mich gerne persönlich ansprechen. Im Oktober hatte ich auf jeden Fall ein 3 tägiges Seminar und bin jetzt schwer beschäftigt mit einer Lerngruppe, Probanden und Hausarbeit schreiben, um das erste Level bis April nächsten Jahres abzuschließen. So gut es auch tut, wieder was zu lernen, so ist es doch im Moment im Alltag alles ganz schön viel und mein chinesisch Unterricht muss jetzt mal pausieren bis Lina in der Kita eingewöhnt ist.

Letztes Wochenende habe ich mir dann mal was gegönnt. Me time 😀. Mit einer Freundin ging es in das 3h entfernte Moganshan auf ein Yoga Retreat. Auch wenn ich bisher kein Yogi war, bin ich jetzt definitiv auf den Geschmack gekommen. Es war in jeglicher Hinsicht ein sehr inspirierendes Wochenende. Mit viel Zeit für mich selbst, zur Ruhe zu kommen und sich auf Dinge zu besinnen, die einem positive Energie geben. Die 3 Tage waren gefüllt mit ganz tollen Menschen, viel Natur, Meditation, wandern, gutem Essen, Talks über Nutrition und Energy und natürlich Yoga 🧘‍♀️.

Das Solvang Village Hotel
Yoga und Meditation auf der Terrasse
Wandern durch Dörfer und Bambuswald

Im Alltag ist unser Kopf doch selbst in ruhigen Minuten gefüllt mit schweren Gedanken, Planungen, Vorbereitungen, Sorgen etc. Da tut es einfach mal richtig gut, sich mal die Zeit für sich selbst zu nehmen 😌 . Namaste 🙏🏻🧘‍♀️

Herbst Highlights

Der Herbst ist wirklich die schönste Jahreszeit hier. Blauer Himmel, Sonne und milde Temperaturen bis 25 Grad verwöhnen uns die meiste Zeit.

Jetzt war es ein wenig ruhig bei uns die letzten Wochen. Allerdings nur hier auf dem Blog und das liegt eher daran, dass hier in Wirklichkeit eine Menge los war☺️.

Schon kurz nach unserem Urlaub mussten wir Abschied nehmen von ganz lieben Freunden, die uns hier sehr ans Herz gewachsen sind. Das ist ein Teil des Expat-Lebens, an das wir uns nur schwer gewöhnen. Aber zum Glück gehen die 5 „nur“ nach Peking und an Weihnachten sehen wir uns hoffentlich schon dort wieder 😀.

Und dann war da ja noch Halloween. Rechtzeitig zum Ende unserer Süssigkeitenvorräte, waren wir gleich auf mehrere Partys eingeladen und die Kinder konnten verschiedene Kostüme ausführen. Selbst Lina hat da schon ihren Spaß dran. Im Nachbar-Compound, wo wir zum Trick or Treat waren, übertrafen sich die Häuser mit gruseligen Dekorationen und es war ein bisschen wie durch eine Geisterbahn zu spazieren 👻.

Das Wetter zeigt sich schon den ganzen Herbst von seiner besten Seite. Leider führte das zu einem schnellen Tod unseres Kürbisses, der unter der direkten Sonne förmlich dahinschmolz 🎃.

Ein weiteres Highlight der vergangenen Wochen war ein Paket aus Deutschland über und über gefüllt mit allem was das süße Weihnachtsschlemmerherz sich wünscht. An dieser Stelle nochmal ein riesen Dankeschön an unsere Frankfurter Familie für diese tolle Überraschung 😘.

Seit dem 3.11. geht Lina jetzt auch in die Krippe der Deutschen Schule in Shanghai. Ihr gefällt es super gut und Mama kann es kaum erwarten, ein wenig Zeit für sich zu haben. Wir sind gerade noch mitten in der Eingewöhnung – da schleppt sie schon den ersten Magen Darm Virus nach Hause 😷🙈 ich hoffe wir anderen Familienmitglieder bleiben verschont, obwohl sie wirklich keine Gelegenheit der Ansteckungsveruche auslässt 🙃 (ins Gesicht niessen, auf dem Tisch 🤮…).

Weiter ging es mit St. Martin. Tatsächlich hat die Deutsche christliche Gemeinde in Shanghai dieses Jahr eine Veranstaltung bei uns um die Ecke organisiert. Bei Glühwein, Punsch und Würstchen konnten die Kids ihre Laternen ausführen und der Aufführung der Martinsgeschichte folgen. Das war richtig schön.

Wir haben also kein Fest ausgelassen und dann gab es noch ein Paar wundervolle Wochenenden, von denen ich im nächsten Beitrag berichte.

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