On the road in Sichuan

Nachdem wir uns in Chengdu erst mal mit dem nötigsten Proviant eingedeckt hatten, ging es los mit dem Wohnmobil.

Unser erstes Ziel war der Qingcheng Back mountain. Der erste Hügel, nur 1h raus aus Chengdu. Hier ein Paar Bilder von einer kleinen Wanderung- endlich mal wieder im Grünen 😄.

Die Wegbeschreibung unserer Nachbarn vom Campingplatz

Hier konnten wir uns erst mal mit den Gepflogenheiten auf chinesischen Campingplätzen vertraut machen 😄. Als „Camping-Neulinge“ war sowieso alles neu für uns und dass dieser einfache Schotter-Parkplatz in unserer App als Campingplatz ausgezeichnet war, konnten wir kaum glauben 😅. Aber immerhin gab es Strom und Wasser. Zum Glück hatten uns Freunde schon darauf vorbereitet, dass in China nicht überall Camping drin ist wo Camping draufsteht. Doch erst einige Tage später sollten wir feststellen, dass das der beste Campingplatz war, den wir für die nächste Zeit finden sollten ☺️. Dazu später. Zwar ist Camping in China noch überhaupt nicht angesagt, aber die Paar Menschen, die man auf solchen Plätzen mit ihren Wohnmobilen trifft, sind schon speziell. Alles zwischen jung gebliebenen Abenteurern und freudigen Rentnern findet man hier. Aber alle nett und neugierig auf die Langnasen.

Wir dachten wirklich, wir wären gut vorbereitet aber dass unser 5€ Topfset auf dem Ceran-Kochfeld des Wohnwagens nicht funktioniert (Gaskocher hatten wir anfangs nicht), hat uns dann doch enttäuscht – zum Glück sind die Dorfläden hier gut ausgestattet und ein neuer Topf ließ sich schnell finden – so war das Kaffee kochen schon mal sicher gestellt👍🏻👍🏻.

Leider ist das Verständnis von „Deep cleaning“ eines Wohnwagens hier auch ein anderes. Alles im Inneren war etwas schmuddelig und es brauchte eine Grundreinigung unsererseits, bis wir uns wohlfühlen konnten. Tatsächlich waren nach der ersten schlaflosen Nacht auch noch ein paar Mc Gyver Tricks notwendig um die 8qm bewohnbar zu machen 😅 (Mückennetze wurden nur zu Deko Zwecken angebracht). Ab der dritten Nacht hatten wir uns aber an alle Gegebenheiten gewöhnt und konnten gut schlafen 😴.

Währenddessen mussten wir erfahren, dass dem Taifun in Shanghai eines unserer Fenster zum Opfer gefallen war…wundern tut uns das aber gar nicht.

Zum Glück konnte sich in unserer Abwesenheit jemand darum kümmern

Unsere Route in Sichuan hat es in sich und es gilt keine Zeit zu verlieren- weiter gehts also. Jeden Tag ein bisschen fahren, etwas anschauen und neuen Camping- bzw. Parkplatz finden 😃.

Ferienmodus

In Shanghai sind die Sommer bekanntlich lang und heiss. Demzufolge sind auch die Sommerferien etwas länger. 8 Wochen schließt die deutsche Schule und 3 davon haben wir schon geschafft 👍🏻👍🏻. Tatsächlich verbringen wir nun schon den dritten Sommer hier in China 🙃. Verrückt- war doch alles ganz anders geplant. Im ersten Jahr hat man uns belächelt weil wir, nachdem wir Ende Mai erst eingereist waren im Sommer freiwillig hier geblieben sind. Während alle Expat-wife’s in den langen Ferien in die Heimat fliegen. Aber irgendwie ging es. Bei gefühlten 40 Grad haben wir die Parks, Museen und die Stadt erkundet. Aber zäh wurde es dann schon irgendwann. Auf keinen Fall wollten wir das nochmal machen 🙃 und dann kam Corona – und wieder ein Sommer in Shanghai und hier sind wir immer noch. Zwar wäre die Reise nach Deutschland jetzt machbar aber mit den kleinen Kindern doch mit vielen Risiken und enormen Aufwand verbunden. Die vielen Tests und die (im besten Fall) 14 Tage chinesische Hotelquarantäne + 7 Tage Heimquarantäne sind für uns einfach too much. Zum Glück geht es unseren Familien zu Hause gut und wir können uns damit arrangieren noch ein Jahr hier zu verbringen. Zum Glück gibt es noch so viel zu sehen und vermutlich haben die Expats derzeit so viel von China gesehen, wie sonst kaum.

Die Ferien haben auch gleich ganz wunderbar begonnen – nämlich mit einer Nacht im (derzeit) höchsten Hotel der Welt. Das J Hotel im Shanghai Tower befindet sich auf über 400m und der Blick über die Stadt ist wirklich atemberaubend 😮!

J Hotel im Shanghai Tower

Mit dem Aufzug fährt man in 18m/sec in den 101. Stock, hier ist die Lobby. Alles natürlich total durchgestylt und wir sind froh, dass wir die Kinder dieses Mal nicht dabei haben 🙃. Die hätten das Personal hier ganz schön aufgemischt. Das Zimmer war auch top deluxe. Frisiertisch mit Aussicht👸☺️.

So konnten wir es uns mal richtig gut gehen lassen!

Ein weiteres Highlight in den Ferien war auf jeden Fall der Garten-Pool ☺️. Eine befreundete Familie hat uns ihren (vor ihrer Rückreise nach D) dagelassen und jetzt wissen wir schon gar nicht mehr, wie wir das ohne ausgehalten haben 🤷‍♀️.

Und jetzt? Während in Shanghai auf einen Taifun gewartet wird, sitzen wir im Flieger nach Chengdu.

Die Provinz Sichuan ist riesig und hat neben einigen Panda-Aufzucht-Stationen tolle Natur Highlights zu bieten. Im Westen grenzt sie an Tibet mit Hochgebirgsketten, Gletschern und Steppen. Allerdings treffen hier auch die eurasische und die indische Erdplatte aufeinander, so dass es 2008 zu einem starken Erdbeben kam (70.000 Opfer laut Wikipedia). Viele Dörfer, Häuser, Staudämme aber auch Natur wurde stark beschädigt. Auch heute bebt die Erde hier noch regelmäßig aber zum Glück nicht mehr so stark (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_in_Sichuan_2008).

Wir haben uns ein Wohnmobil gemietet, mit dem wir für eine Woche die Gegend im Norden erkunden werden. Für uns alle ein Abenteuer, da wir 1. noch nie im Wohnmobil unterwegs waren, 2. diese Art von Urlaub hier noch nicht wirklich etabliert ist und 3. alle Informationen über Campingplätze oder ähnliches nur auf chinesisch abrufbar sind 🤪.

Es gibt also bestimmt etwas zu berichten in nächster Zeit – bis dahin euch allen einen schönen Sommer ☀️!

Von sauberen Ohren und Delikatessen

Ein Paar Dinge habe ich mir noch für euch aufgehoben und noch nicht geschafft zu berichten.

Zum Beispiel von dem Besuch im „Ear cleaning & Relaxing cultural experience museum“. Das Schild habe ich zufällig mit einer Freundin in Tianzifang entdeckt und dann haben wir uns das gleich mal genauer angeschaut 🤣

Das professionelle Ohren reinigen scheint in China ein großer Sport zu sein. Zumindest findet man im Internet eine Vielzahl von Bildern und Artikeln zu dem Thema.

Zurück im Museum, handelt es sich hierbei um ein wirklich altes Haus mit schmaler Treppe, worin sich im oberen Bereich tatsächlich ein Raum mit vielen Liegen befindet, auf denen sich so einige Leute „behandeln“ lassen. Leider konnte ich davon kein Bilder machen aber hier ein Paar Eindrücke vom Treppenaufgang (der gilt wohl als Museum 😄).

Und dann war da noch diese Food Tour. Nichts für Vegetarier. Einer Freundin haben wir zum Abschied diese lustige kulinarische Reise durch Spezialitäten verschiedener chinesischer Regionen geschenkt. Patrick, unser englischer Guide mit chinesischen Wurzeln, führte uns in lokale Restaurants, in die wir uns wohl sonst nicht verirrt hätten. Dass wir uns auf ein chinesisches Jungel-Camp eingelassen hatten, war uns da noch nicht bewusst. Aber spätestens als wir im ersten Lokal die Heuschrecken zwischen den Stübchen hatten, wurde es uns bewusst 😳🥢🦗

Man muss aber sagen- gar nicht so übel, ordentlich frittiert und mit viel Gewürzen, kann man das essen.

Zum Glück gab es auch jede Menge ganz normale, sehr leckere Dinge zu essen und zwischendurch (gar nicht mal schlechten) chinesischen Wein und Prosecco.

Den Vogel abgeschossen hat dann aber dieses hier. Was glaubt ihr was Euch hier anschaut?

Mein Name ist Hase 🐰🐰

Es ist ein Hase, also der Kopf eines Hasen (bzw. zwei) und eine Spezialität in Sichuan. Angeblich werden die Köpfe aus Frankreich importiert, wo sie als Abfallprodukt gelten (dort wird nur der Rest vom Hasen gegessen 🙃). Während unsere Freundin die Ehre hatte den Kopf auseinander zu nehmen und das Essbare zu probieren, waren wir nicht böse darum, nur zuzuschauen. Eine klitzekleine Backe habe ich allerdings auch probiert und es war okay. Brauche ich aber auch nicht nochmal.

2 Jahre in Shanghai – und es geht noch weiter

Gerade hat mich jemand gefragt, warum ich nicht mehr so oft schreibe, hier auf unserem Blog. Gute Frage. Wahrscheinlich weil wir uns einfach an so viele Dinge gewöhnt haben und vieles, was uns vorher kurios vorkam, einfach normal geworden ist. Dass der Nachbar im Flannelpyjama auf den Roller steigt, dass einfach überall jemand ein Nickerchen hält, Würstchen, Vögel und Oktopus am Spieß, Rülpsen und andere Körpergeräusche, Lastenfahrräder und Paketroller so hoch gestapelt bis in den Himmel, lustige Schuhe, überfüllte Aufzüge – das alles ist normal geworden.

Wir sind angekommen hier in Shanghai, wir leben einfach hier und haben normalen Alltag. Vorschule, Kita, Arbeit, Weiterbildung, Sprachkurs, Sport, Schulfest, Hobbies der Kinder … irgendwie ist man ständig beschäftigt.

Und Sommerzeit ist Abschiedszeit, denn gerade in den letzten Wochen waren wieder viele Abschiedsfeiern von Freunden und Familien, die Shanghai verlassen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

Bevor wir nach China kamen, haben wir immer gesagt 2 Jahre im Ausland wären viel besser als 3. Jetzt sind wir zwei Jahre hier und ich muss sagen, wir möchten jetzt noch nicht zurück! Trotz Corona, trotz der langen Trennung von Familien und Freunden, es würde etwas fehlen. Wir haben noch nicht genug von Shanghai, vom Leben hier. Tatsächlich braucht man das erste Jahr um erst mal klar zu kommen mit allem Fremden. Einkaufen, Essen, Schule, öffentliche Verkehrsmittel, Auto fahren, Kommunikation- alles läuft hier einfach so anders. Dazu kommt die riesen Community. Am Anfang lernt man sooooo viele Leute kennen, da muss man erst mal sortieren mit wem sich wirklich Freundschaften entwickeln und die ganzen sozialen Verflechtungen- das dauert einfach bis man da durchblickt und man einen Weg für sich findet. Im zweiten Jahr konnten wir uns dann tatsächlich etwas mehr mit uns selbst beschäftigen und es hat sich alles etwas eingependelt. Viele Besuche aus Deutschland waren geplant, die natürlich aufgrund von Corona nicht stattfinden konnten. Das wir all unsere Eindrücke hier mit niemandem teilen können, macht uns schon verdammt traurig 😞 Wie gerne wären wir mit Euch am Bund spaziert und hätten so manche Reise mit Euch unternommen. Aber auch aus dieser Zeit nehmen wir so viel Positives mit. Freunde hier wurden zu Familie und wir als Familie sind eng zusammen gewachsen, was uns ein starkes Gefühl für die Zukunft gibt.

Und jetzt liegt es vor uns – das letzte Jahr in Shanghai und wir haben das Gefühl es genießen zu können. Egal mit welchen Herausforderungen wir noch kämpfen müssen im Job oder privat – wir wissen, wie der Hase läuft. Können anderen Neuankömmlingen helfen und gelassener umgehen mit so manchen chinesischen Eigenheiten, an die wir uns wohl nie gewöhnen werden. Und tatsächlich habe ich unsere Ayi letzte Woche auf chinesisch fragen können, ob sie eine Nacht bei uns schlafen könnte, um auf die Kinder aufzupassen. Irgendwie komme ich mit meinem „Überlebens-Wortschatz“ mittlerweile ganz gut durch 😄

Gleichzeitig wächst aber auch die Sehnsucht nach Heimat, Familie und Freunden und wir wissen, dass wir uns sicher schon in 6 Monaten intensiv mit den Rückreiseformalitäten und der Zukunft in Deutschland beschäftigen müssen. Also freuen wir uns noch auf die Monate die vor uns liegen und die spannenden Dinge, die wir hier noch erleben dürfen. Natürlich nehmen wir Euch weiterhin mit- so gut es geht ☺️ In diesem Sinne auch ein Dankeschön an alle fleißigen und treuen Leser, die mir positives Feedback geben und mich wissen lassen, dass ich nicht nur für mich selbst schreibe😘

Verrücktes in Peking

Über das lange Wochenende am Drachenboot-Fest haben wir wieder unsere Freunde in Peking besucht, die wir zuletzt an Weihnachten gesehen haben. So eiskalt es in Peking im Winter auch ist, ab dem Frühjahr ist es hier dauerhaft heiß und den Pflaumenregen, den wir in Shanghai gerade haben, gibt es hier nicht. Ein Grund mehr, das Wochenende hier zu verbringen.

Nach der großen Wiedersehensfreude für alle Beteiligten, durfte ein bisschen Sightseeing auch nicht fehlen. Die Mauer hatten wir ja schon das letzte mal besucht, so war dieses mal der Sommerpalast unser erstes Ziel. Um den eigentlich Palast (Kaiser Qianlong ließ ihn 1751–1764 als Geschenk zum 60. Geburtstag seiner Mutter errichten, Quelle: Wikipedia), befindet sich ein riesiger Park mit einem großen See und Inseln – ganz ähnlich wie in Hangzhou. Man kann es wohl mit einem „Naherholungsgebiet“ vergleichen ☺️. Eine grüne Oase mitten in der grauen Stadt.

Im Vergleich zu Shanghai wirkt Peking auf den ersten Blick tatsächlich sehr trist und mit den vielen kommunistischen Bauten eher konservativ und grau. Aber wir haben ja noch nicht viel gesehen und umso mehr genießen wir den Park und die Sonne (anstelle der feuchten Schwüle in Shanghai). Typisch deutsch haben wir die Picknickdecke, geschmierte Semmeln und Snacks dabei und machen es uns im Schatten mit Blick auf den See gemütlich. Aber wie sollte es auch anders sein, sind wir keine 5 Minuten später umzingelt von Baoan‘s (guards), die ihren Job wie immer sehr erst nehmen. Einer, der uns belehrend auf chinesisch erklärt was wir alles nicht dürfen (in diesem Fall picknicken); einer, der uns fotografiert und einer, der die ganze Situation dokumentiert und den Wachmann mit uns zusammen fotografiert 🙃. Wahrscheinlich bekommt er dafür 100 Punkte vom Ober-Wachmann. Da wir diese Situationen schon kennen, nicken wir höflich und ziehen um, auf die für Pausen vorgesehene Parkbank.

Am Abend sind wir Mädels dann nochmal losgezogen in die Hutongs (traditionelle Wohnhöfe), in die „Altstadt“ von Peking. Natürlich waren wir an diesem Feiertagswochenende nicht alleine unterwegs. Und einfach weil wir es konnten, haben wir uns erst mal mit blinkender Kopfbedeckung ausgestattet (ganz anders als in Deutschland, wird man mit sowas hier nämlich nicht blöd angeschaut ☺️) und es hilft sich in den Massen nicht zu verlieren 🐰.

Und dann haben wir uns einfach mal treiben lassen und kuriose Dinge entdeckt.

Ich glaube das ist Eis
Frozen Yoghurt
Lippenstift- da sag doch mal einer Chinesen seien prüde
Ziemlich touristisch hier
Schnürsenkel Dekoration
Typische Esshaltung
Ist es ein Alpaka 🤔 – Ja das ist es
Chinesen zeigen einfach gerne Bauch

Da unser Rückflug mal wieder storniert wurde, durften wir sogar noch eine Nacht länger bleiben und hatten noch Zeit für einen Besuch am Tian‘anmen Platz. Hier schienen wir die einzigen Laowais zu sein und wurden wieder von chinesischen Touristen als Foto-Objekt gejagt. Was ist noch besser als ein Foto vom „Tor des himmlischen Friedens“? Ein Foto vom Tor mit Laowai davor ✌🏻!

Spring-Break

Und mit den Frühlingsferien kommen hier die sommerlichen Temperaturen. Zwar schreibe ich das grade, während ein heftiges Gewitter über uns hinwegzieht, doch der Frühling gehört mit dem Herbst zu den schönsten Jahreszeiten (warm aber nicht zu heiss, die Luft noch nicht zu feucht und nur wenige Mücken) und so kommen uns die 2 Wochen Ferien gerade recht. Da Phillip noch keinen Urlaub hat, verbringe ich die erste Woche mit den Kids zu Hause mit kleinen Ausflügen in den Zoo oder auf eine Farm. Vince ist in Vorfreude auf seinen 6. Geburtstag und bastelt fleißig Einladungen, während Lina die ersten Erfolge auf dem Töpfchen feiert 😄💪🏻. Während die meisten unserer Freunde schon fleißig Urlaubsbilder posten, bespritzen wir die Kids noch mit dem Gartenschlauch 😎 und natürlich wird auch die Grillsaison eröffnet. Der 1. Mai ist auch hier ein allgemeiner Feiertag, Chinesen haben 1-3 Tage frei, was wieder eine riesen Reisewelle mit sich zieht. So warten wir noch die größte Welle ab und machen uns am Dienstag auf den Weg auf eine Reise mit dem Schnellzug. Das Reisen mit dem Zug ist hier wirklich komfortabel. Viel schneller als mit dem Auto kommt man von A nach B und nach unserem miesen Flug-Karma, vertrauen wir dieses Mal der Bahn.

Die Umgebung wird langsam grüner und bergiger

Obwohl die volle Bahnhofshalle manchen das Blut in den Adern gefrieren lässt, ist alles halb so schlimm. Es wirkt nur so voll, da man erst auf das Gleis darf, kurz bevor der Zug einfährt. Dann ist jedoch alles super organisiert. Ohne Ticket kommt man erst gar nicht aufs Gleis, wir müssen nur unsere Pässe zeigen- das war’s.

1. Halt Hangzhou

Nach nur 1h erreichen wir die 180 km entfernte Stadt Hangzhou, eines der Top Wochenendziele aus Shanghai. Der riesige Westlake ist ein Touristenmagnet und bietet viel Wasser und einen riesigen Park zum flanieren. Wir machen noch einen Abstecher in die Teeplantagen, denn auch für seinen grünen Tee ist diese Region bekannt. Natürlich darf auch ein Besuch beim Cirque du Soleil nicht fehlen, ein beeindruckendes Theater mit wunderbarem Bühnenbild zwischen Musical und Artistik. Da blieben nicht nur den Kids die Münder offen stehen 🤩.

Westlake
Teeplantagen
Old town Hangzhou

2. Halt 1000 Island Lake

Nach 2 Tagen geht es schon weiter. Nochmal 160 km südwestlich bei Chun‘an liegt der 1000 Island Lake. Ein Stausee, indem tatsächlich 1078 größere Inseln liegen und ein beeindruckendes Panorama bilden. Hier lassen wir die Seele ein paar Tage baumeln und genießen das schöne Wetter. Für unsere Großstadt Kinder gibt es nichts schöneres als Steine ins Wasser zu schmeißen und Staudämme zu bauen – zum Glück gibt es hier viele Steine 👍🏻. Schön auch dass Lina mit ihren 2 Jahren jedem Stein „let it gooo, let it gooo“ hinterher singt 😄 (war wohl doch zu viel TV in den Ferien🤷‍♀️).

1000 Island Lake
Der Blick von Oben ist einfach wunderschön

Die 3 Tage fühlen sich viel länger an und diesen Ort können wir nur jedem für einen entspannten Wochenendausflug empfehlen!

Ein Ziel haben wir jedoch noch vor uns.

3. Halt Huangshan- Yellow Mountains

Schon einmal wollten wir hierher, mussten aber wegen der schlechten Wetter Aussichten absagen. Und das ist keine Seltenheit, ca. 250 Tage im Jahr liegt der Berg in Wolken oder Nebel (laut meiner chinesisch Lehrerin). Umso mehr freut es uns, dass der Wettergott in diesem Urlaub mal auf unserer Seite ist ☀️. Auch wenn uns die Landschaft sehr an die Alpen erinnert, ist auch hier alles auf den chinesischen Massentourismus vorbereitet. Am Eingang der „scenic area“ heißt es erst mal sich als Ausländer registrieren und alles Reisepass Daten handschriftlich in eine Liste eintragen, green Code zeigen und Busticket kaufen. Mit großen Reisebussen gehts dann die erste Bergetappe aufwärts bis zur Gondel. Der Weg zwischen Bus und Gondelstation ist absichtlich nicht zu kurz, damit sich die Masse schon mal entzerren kann, um sich kurze Zeit später wieder in Viehgittern vor den Kassenhäuschen der Gondel einzureihen. Zum Glück war bei uns sehr wenig los und wir konnten nur erahnen, wie es hier an Feiertagen wohl zugeht. Tatsächlich vergeht gut 1 Stunde, bis man endlich auf dem Berg ist 😅. Allerdings lohnt sich der Aufwand, denn schon auf der Gondelfahrt wird man von der beeindruckenden Landschaft völlig eingenommen. 72 Gipfel formen hier ein spektakuläres Naturparadies. Die teils abgerundeten Felsen liegen oft so verrückt aufeinander, dass man meinen könnte, Riesen hätten einen Turm gebaut, der hoffentlich nicht einstürzt. Die Wege bestehen, wie meistens in China, aus Treppen. 1000de Stufen führen endlos zwischen Gipfeln bergab und bergauf und am Ende sind wir froh, dass wir das familienfreundliche Teilstück gewählt haben, denn Lina ist faul und hält lieber Nickerchen in Papas Rucksack. Für die chinesischen Touristen sind wir auch immer wieder eine Attraktion und viele fragen nach Fotos mit den Kinder 🙈.

Unser kleines chinesisches Hotel liegt nur 10 Minuten von der Busstation am Fuße der Berge. Wir sind zu dieser Zeit wohl die einzigen Gäste und werden vom Besitzer quasi VIP-mäßig betreut. Zwar gibt es noch eine Dame in der Küche aber sonst scheint es eine one man show zu sein ☺️. Er holt uns und bringt uns, er kocht und ob er auch putzt weiß ich nicht aber das Hotel ist liebenswürdig, sauber und super gelegen. Auch einen Ausflug wert ist eine Art Klamm, die man vom Hotel schnell erreicht. Unsere Kinder verbrachten ewig am Wasser mit „let it gooo“ Steinen (unter strenger Aufsicht eines Wachmanns 😄 – die sind hier wirklich überall). Und, da der Wasserfall aufgrund von Trockenheit an Wassermangel litt, war das Highlight für unsere Jungs eine Kletterwald Station mit Zipp-lining über dem Fluss.

Das war unser Hotel und die Umgebung

Wow, waren das tolle Ferien. Wir haben jeden Tag in der Natur genossen und unsere Batterien wieder aufgeladen. Die Sonne hat sich heute Abend verabschiedet und ist Dauerregen mit Gewitter gewichen. Ein perfekter Zeitpunkt für die Heimreise 😌.

Small Britain in Shanghai

Gestern haben wir den Nachmittag in Thames Town verbracht. Das war wie ein Kurzurlaub in Europa ☺️. Thames Town ist einer von 9 Stadtteilen aus dem Projekt „One City, Nine Towns“ (2001, https://de.m.wikipedia.org/wiki/One_City,_Nine_Towns), indem die Baustile verschiedener westliche Länder kopiert wurden. Neben der englischen Kopie gibt oder gab es noch Stadtteile nach dem Vorbild der Niederlande, Spanien, Italien, Canada und Deutschland (allerdings hab ich noch nicht rausgefunden, ob sich da der Besuch auch lohnt). Tatsächlich hat man in Thames Town sofort das Gefühl, in Europa bzw. in einer englischen Kleinstadt zu sein, in der gerade ein Paar Busse voller chinesischer Touristen angekommen sind 😆. Sie posieren an Tischen mit Plastikspaghetti und positionieren überall ihre Accessoires für das perfekte Selfie.

Die Frau ist übrigens echt ☺️, der Rest auf dem Tisch ist aus Plastik

Wir hatten hier auf jeden Fall einen tollen Nachmittag- nur ein authentisches Pub haben wir nicht gefunden, beim Gastronomie Angebot überwiegen dann doch die Nudelsuppen-Läden 😆. Aber dafür gab es das beste (wenn auch teuerste) Eis, das wir bisher in China gegessen haben!

Hier ein Paar Eindrücke.

Ostern in Guilin

Schon einmal mussten wir die Reise nach Guilin verschieben. Damals wegen dem „Reiseverbot“ der Schulbehörde. Jetzt sollte es also endlich soweit sein und wir haben uns riesig gefreut, das lange Osterwochenende mit unseren Freunden dort zu verbringen. Aus irgendeinem Grund haben wir aber schlechtes Karma und die Anreise gestaltete sich etwas aufregender als erwartet 🙈. Hier die Kurzversion:

1. April

16:00 fahrt zum Flughafen

17:00 beim Check-in die Info, dass Flug soeben aufgrund von Nebel gecancelt wurde

… sich ärgern, Optionen durchgehen, Reiseagentur bucht uns auf den ersten Flug Freitag früh 7:00, Hotel für die Nacht auswählen

19:30 – check-in im Airport Hotel

gestaltet sich nicht so einfach, die Damen an der Rezeption scheinen etwas überfordert mit 2 ausländischen Familien gleichzeitig, wir lassen unsere Pässe da und gehen erst mal was essen

20:30 mit müden Kindern wieder an der Rezeption um festzustellen, dass sie in der Zwischenzeit NICHTS gemacht haben – Warten

20:40 die Info dass der 7:00 Flug auch gecancelt wurde 😫

21:00 endlich auf dem Zimmer

Nachdem die Kinder schlafen, mit Reiseagentur neue Optionen durchgehen.

Es gibt nicht mehr genug Plätze auf den anderen Flügen am Freitag,

ohne Ergebnis einschlafen

2. April

6:00 Kind 1 wird wach „ wann fliegen wir endlich in den Urlaub“?? Keine Ahnung 🤷‍♀️

Mit Reiseagentur weiter Optionen checken

8:00 Entscheidung wir fliegen gestückelt auf 3 verschiedenen Flügen 10:50, 18:15, 18:50

Da unsere Freunde den Vormittags Flieger hatten, mussten wir noch den Tag rumkriegen mit Magnetschwebebahn (Max Speed 430 km/h, pendelt zwischen Flughafen und Pudong) und Mittagessen am Pearltower

16:15 Check in Phillip und Vincent Terminal 2

Durch den ganzen Flughafen laufen zu T1

17:15 check in Kerstin und Lina in Terminal 1 „mei you“ 😡 Flug überbucht – keine Plätze mehr für die Laowais. Ich sehe mich schon mit Lina wieder nach Hause fahren…

Kurz bzw. lang aufregen, tief durchatmen, Tränen wegwischen, Krönchen zurecht rücken und das Angebot der Airline annehmen um 21:15 zu fliegen. Oookey

22:30 Ankunft Philipp und Vincent in Guilin

23:45 Ankunft Kerstin und Lina in Guilin,

3h Fahrt durch dichten Nebel und Serpentinen zum Hotel in den Longsheng Reisterrassen

2:45 Ankunft am Hotel 😊💪🏻

Okey, soviel zur Anreise. Zwar haben wir 1 von 4 Tagen verloren aber wir machen das beste draus. Und nachdem die eigentlich fantastische Aussicht vom Hotel auf die Reisterrassen durch eine dicke Nebelwand verborgen blieb, machten wir uns auf zu einer Wanderung durch alte Dörfer und tolle Landschaften. Auch wenn das Wetter hätte besser sein können, war es dennoch sehr beeindruckend. Und unser Guide „Peter Pan“ 😀 hat wirklich alles gegeben!

Unser Blick vom Balkon
Wanderung durch die Reisterrassen, der Reis ist zu dieser Jahreszeit noch nicht gepflanzt ☺️
Durch alte Dörfer schlendern

Noch am Abend ging es weiter nach Yangshuo, wo uns die beeindruckenden Karstberge erwarteten. Eine Vulkanlandschaft, die vor Millionen von Jahren unter Wasser geformt wurde. Ganz ähnlich wie in Vietnam sieht es hier aus- wenn nicht sogar noch schöner.

Unser Hotel lag direkt am Fluss
Mit dem Fahrrad durch die tolle Landschaft
Mit dem Floß über den Fluss
Silver Cave Tropfsteinhöhle
Auch der Osterhase hat den Weg zu uns gefunden

Tatsächlich bin ich immer wieder begeistert davon, welch tolle Landschaften China zu bieten hat und bin froh, dass wir die Gelegenheit haben dieses Land zu bereisen! Außerhalb der Saison, kann man das sogar ohne die üblichen Menschenmassen.

Nochmal Herbst im Frühling

Während die ersten Frühblüher und Kirschblüten die Sonnenstrahlen genießen, wechseln manche Bäume nochmal ihre Blätter und die eifrigen Straßenfeger kommen gar nicht hinterher, die bunten Blätter von den Straßen zu fegen. Seit dem auch Lina morgens mit dem Schulbus fahren darf (allerdings noch in meiner Begleitung), genieße ich den 25 minütigen Rückweg zu Fuß und beobachte die unermüdlichen (meist alten) Menschen, die hier dafür sorgen, dass es überall sauber und ordentlich aussieht. Der Beruf „Strassenkehrer“ wird hier in Ehren gehalten und nur selten kommen dafür Maschinen zum Einsatz. Der Bambus-Besen ist hingegen unverzichtbar. Keine Ahnung wie viele davon in einer Stadt wie Shanghai im Einsatz sind. Ich habe aber gelernt, dass die (äußerst effektiven) Feger aus Bambusspitzen bestehen, da diese vor dem Winter in den Bambuswäldern gekappt werden. Es gibt also ein paar ☺️

Letzte Woche stand mal wieder ganz im Zeichen eines Abschieds guter Freunde. Wieder eine Familie, die uns ans Herz gewachsen ist und die wir sehr vermissen werden. Am Sonntag waren wir zur Feier des Tages brunchen, was an sich nicht so spektakulär war. Doch für den Rückweg haben wir uns einen Fahrer gemietet, der uns in unserem Auto nach Hause gefahren hat. Dank der 0,0% Alkoholgrenze am Steuer, ein super Geschäftsmodell. Der Fahrer kommt mit seinem eltektrischen Klapprad, packt es fein säuberlich in den Kofferraum, deckt seinen Sitz mit einer Abdeckung ab und fährt uns sicher nach Hause 👍🏻👍🏻👍🏻 wunderbar!

Der Abschied meiner Freundin Melanie bringt noch eine Veränderung mit sich – und zwar vererbt sie uns ihren Scooter (Elektroroller). Man muss dazu sagen, dass diese Roller bzw. Scooter hier die Hauptfortbewegungsmittel für Ayis, Taitais, Handwerker und Lieferdienste sind. Quasi für alle, die sich kein Auto leisten möchten. Die Straßen sind voll davon und sie kommen immer und überall aus allen Richtungen 🙃 Der kleine „Niu“ ist nun unserer, mal sehen ob wir uns anfreunden 😃.

Nun packen wir unsere Koffer für die Osterferien. Wir verbringen das lange Wochenende in Guilin, wo uns Berge, Höhlen, Teeplantagen und Floßfahrten bei warmen Regen erwarten. Wir sind gespannt 🤩 In diesem Sinne wünschen wir Euch Frohe Ostern 🐣🐰!

Eindrücke aus dem Daning Tulip Park
Chinesen halten sich für Fotos gern an Blüten fest 🤷‍♀️

Eine neue Woche in Shanghai

Letzte Woche war hier wieder einiges los. Ein Highlight war auf jeden Fall ein schöner „Shanghai Walk“, durch eine mir noch unbekannte Ecke der Stadt. Vom Bund und dem großen Huangpu River aus ging es entlang des Suzhou creeks über 10 Brücken durch ein neues In-Viertel von Shanghai. Und wieder einmal bin ich beeindruckt von der Vielseitigkeit dieser Megacity. Meinem Bruder ist bei den Bildern gleich aufgefallen, wie wenig Menschen da sind. Und da hat er wirklich recht 😉. Solch eine „Ruhe“ am Bund hätte es vor zwei Jahren zu keiner Tageszeit gegeben. Mittlerweile haben wir uns an die Stadt ohne viele Touristen gewöhnt und genießen es sehr ☺️

Kaum zu glauben- das braune Haus oben links war mal das höchste Gebäude in Shanghai 😄
Das imposante Gebäude oben links ist das Postamt.
Und wenn man einmal kurz in die Nebenstraße abbiegt, merkt man wieder, dass wir in China sind ☺️

Wenn mich jemand fragt, ob ich mit ins Pearl gehe, muss ich gar nicht lange nachdenken. Eine gemütliche Cabaret-Bar im Mulin Rouge Stil mit live Band. Wir lieben die etwas schrullige Atmosphäre und die Shows der Band sind (fast) immer sehenswert! Was haben wir schon abgerockt bei Konzerten wie Linking Park, Queen, 90sRock und viele mehr. Da konnte ich auch diese Woche nicht nein sagen ☺️, auch wenn es bei „R.I.P. unplugged“ eher ruhiger zuging.

Gestern ging es dann noch in eine der größten Malls der Stadt, zum Schulranzen shoppen. Ich kann es immer noch kaum glauben aber unser Großer kommt tatsächlich in die Schule dieses Jahr🙈. Und dann auch noch in Shanghai 😄 sehr aufregend!

Rechts unten sind Enten, im Schaufenster eines Restaurants- das sieht man hier sehr oft.

Sooo viele Stockwerke und die Gänge gehen in alle Richtungen- man kann sich wirklich verlaufen. Natürlich ist die Auswahl grenzenlos an Restaurants, Geschäften und Entertainment. Aber das was man sucht findet man meistens nicht 🤷‍♀️. Das Angebot überfordert mich und wenn man sein Auto dann endlich doch wieder gefunden hat, ist man selbst fix und fertig 🙃.

Auf dem Heimweg geht es vorbei an den endlosen Hochhäusern, meist schon etwas in die Jahre gekommen und vor dem grauen Himmel an Tristesse nicht zu überbieten. Aber irgendwo müssen die 23 Mio ja wohnen. Schön ist anders und da bin ich doch froh um unser Haus mit Garten im „Outback“.

Allerhand Kuriositäten bekommt man so zu sehen, wenn man hier durch die Straßen geht oder fährt. Der Transport von Päckchen, Papier- oder anderem Müll ist immer wieder faszinierend 😆.

Wer Lust auf noch mehr Kurioses aus China hat, kann gerne mal auf dem Blog unserer Freunde vorbei schauen ⬇️.

Lustiges und Kurioses

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