Die Welt ist ein Dorf

Meine liebe Cousine Simone lebt in Hannover und hat sich dort mit einer chinesischen Expatehefrau namens Xiaoying und ihrer Familie angefreundet. Wie es der Zufall so will, ist Xiaoying mit ihrer Familie jetzt zurück in Shanghai und durch meine Cousine konnten wir uns hier kennen lernen. Wir genießen den Kontakt zu einer einheimischen Familie, das ist viel besser als jeder Reiseführer.

Heute waren wir gemeinsam im Zentrum von Shanghai (Jing‘an und der Former French Concession) unterwegs.

Jing‘an und Former French Concession
Jing‘an Tempel

Phillip nimmt bereits regelmäßig chinesisch Unterricht und wir unterhalten uns gerne auch privat mit Yang, seiner Lehrerin, die auch in Deutschland studiert hat. Jetzt kommt’s 😄 auch sie hat in Hannover gewohnt und ist gut mit Xiaoying befreundet! Wirklich witzig – die Welt ist ein Dorf 🌎.

Es gibt hier nicht sehr viele Audi Expats. Der Großteil kommt von VW aus Wolfsburg oder natürlich Bosch, Siemens oder ähnliches. Aber unter den Audianern gibt es doch viele gemeinsame Bekannte in der Heimat oder Gemeinsamkeiten wie zum Beispiel die gleiche Hebamme ☺️

Das Drachenfest

Ein wunderbares langes Wochenende geht zu Ende. Am Freitag war ein offizieller Feiertag und Phillip hatte frei 👍🏻

Einer Sage nach, ertränkte sich ein beliebter Dichter im Jahre 223 v. Chr. in einem Fluss. Es wurde mit Booten nach ihm gesucht und Reisbälle in den Fluss geworfen, damit die Fische ihn unversehrt ließen.

Heute werden an diesem Tag Drachenbootrennen veranstaltet (das sind Massenveranstaltungen, von daher ohne uns ☺️) und Reisbällchen ‚Zongzi’ gegessen. Netterweise hat unsere chinesisch Lehrerin Yang uns welche mitgebracht.

Eine feste Masse aus Klebereis, in Bananenblätter gewickelt, herzhaft mit Fleisch oder süss mit Datteln gefüllt.

Wie haben wir den Tag verbracht? Gemütlich in den Tag gestartet und nachmittags waren wir auf einer Cocktailparty im Nachbarcompound eingeladen und hatten einen wunderbaren Abend!

Der Weg ist das Ziel

So, jetzt ist erst mal networken angesagt. Da Vincent erst im September in den Kindergarten kommt, braucht er dringend neue Spielkameraden, damit er sich austoben kann und seine Mutter nicht auf die Palme bringt ☺️

Bereits unsere erste Woche ist voll von Playdates. Kollegen, Nachbarn, Chat bekanntschaften (nicht was ihr denkt 😉) haben sich angekündigt bzw. eingeladen. So wird es nicht langweilig und neben dem Kennenlernen von vielen neuen Leuten, prasseln eine Menge Informationen auf uns ein 🙈 kennst du schon… ward ihr schon …weißt du schon wie… habt ihr schon… das beste Brot, der günstigste Prosecco, das beste Obst, Deutsches Fernsehen, Maniküre…Mir raucht der Kopf. Wer den Alltag mit zwei kleinen Kindern kennt weiß, man kommt sowieso zu nichts und trotzdem versuche ich zwischendurch die vielen neuen Informationen zu sortieren und falle abends todmüde ins Bett. Lieferservice gibt es hier für fast alles. Unser Tante Emma Laden um die Ecke hat mir aufgrund eines Missverständnisses schon mal eine einzelne Banane geliefert 🙈 verrückte Welt.

Witzige Situationen sind auch, wenn mal wieder lustige Männer in Uniform vor der Tür stehen und wild gestikulierend auf mich einreden. Immer schön lächeln hatten wir uns vorgenommen aber ins Haus wollte ich ihn nicht rein lassen. Zwischendurch musste er selbst lachen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden hatte, dass er nur den Wasserzähler ablesen musste 😂

Heute wurden wir in ein nahegelegenes Wohngebiet zum Baden im Pool eingeladen. Da es bei uns keinen Pool gibt und es einfach nur heiss ist – sehr verlockend. In Shanghai ist das einfachste Fortbewegungsmittel DiDi (privates Taxi über eine App, wie uber). Augen zu und durch, irgendwann ist immer das erste mal dachte ich und packte Vincent und Lina samt MaxiCosi und Badetasche ein. Es klappte auch alles prima, bis uns der Fahrer am vermeintlichen Ziel hinauskomplimentierte. Ich merkte schnell, dass wir wohl nicht da waren wo wir hinwollten. Da stand ich nun mit Kind und Kegel an einer stark befahrenen Hauptstraße in Shanghai und kam mir plötzlich ein bisschen verloren vor🙃 aber das gehört wohl zu den Must have Erfahrungen dazu und (nachdem ich mein Krönchen zurechtgerückt hatte) ein Paar Anrufe und ein neues DiDi später haben wir dann doch noch unser Ziel erreicht 💪🏻

Langnasen Baby-Bonus

Wären da nicht die chinesischen Schriftzeichen auf dem O-Saft, könnte das glatt ein deutscher Frühstückstisch sein. Man bekommt hier wirklich alles, wenn auch zu einem stolzen Preis.

In China wird fast ausnahmslos bargeldlos bezahlt. Die gängige Zahlungsmethode ist allerdings keine Kreditkarte, sondern per App auf dem Handy und Barcodescan. Man benötigt also 1. ein Handy mit chinesischer Handynummer und 2. ein chinesisches Konto. Am 1. Tag war also unser Tagesziel beides für mich einzurichten. Phillip hat das ganze Prozedere schon mal durchgemacht und wusste, nichts geht ohne Sprachkenntnisse. Zum Glück konnte uns unsere relocation Agentur unterstützen.

Wir verbrachten also den halben Tag mit der ganzen Familie in Handyshop und Bank. Dabei waren wir allerdings nebensächlich, Lina war der Star ☺️

Ein weißes Langnasenbaby (auch wenn die Grauelnase nicht für ihre Länge bekannt ist) ist für Chinesen wohl etwas ganz besonderes. Während eine Handyshop Mitarbeiterin wie verrückt in die Tasten haute und lauthals unseren Übersetzer anschrie (was wohl eine normale Konversation war), versammelten sich die restlichen 5 Mitarbeiter um den Maxi Cosi und fotografierten unsere Lina, die zum Dank auch noch brav lächelte.

In der Bank lief es ähnlich. Auch hier hatte Lina die Angestellten inclusive. Wachmann schnell um den Finger gewickelt und wir konnten ohne Hindernisse mein Konto eröffnen. Das Tagesziel war also tatsächlich erreicht 💪🏻

Um die Integration nicht zu überstürzen, entschieden wir uns mittags spontan für Schnitzel und Pommes im deutsch-chinesischen Biergarten ☺️

Goodbye Germany, Welcome in Shanghai!

Die Zeit verging wie im Flug. Eben war es noch eine Ewigkeit hin und schon sitzen wir im Flieger. In den letzten Wochen haben wir uns von vielen lieben Menschen verabschiedet, und für mich hat es sich immer so angefühlt als fahren wir nur in einen längeren Urlaub. Aber als die Dame am Lufthansa Gepäckschalter beim Anblick unserer Koffer, Kinderwagen, Babyschale etc. fragte „Wandern Sie aus?“ da war er da, mein emotionaler Moment „Ja, irgendwie schon“.

Puh, da haben wir am Ende noch ganz schön geschwitzt bis alle Koffer und Taschen gepackt waren. Der größte Teil unseres Gepäcks ist ja bereits per Container und Luftfracht unterwegs aber es sind die kleinen Dinge an denen man verzweifelt 😄

Babynahrung, Kaffee, Honig, Schuhe, Spielzeug, Schokolade, viel Schokolade ( Danke an Fam. Schiller ☺️)… Baby zum schlafen bringen, Koffer packen, Baby bespassen, Koffer wiegen, sich ärgern, Baby füttern, Koffer neu packen, Koffer wieder wiegen, alle Koffer nochmal auspacken, schreiendes Baby zum schlafen bringen, umpacken, Koffer wiegen (Danke Roman!), sich freuen, sich erschrecken dass es schon so spät ist und am Ende die Wohnung so hinterlassen, als ob man sie vermieten würde. Ich war fix und alle, als wir im Auto saßen 🙈

Der direkte Nachtflug verlief trotz der Rotznasen unserer Kinder reibungslos. Lina meckerte nur zu Beginn, weil wir ihre Abendmahlzeit bis zum Start hinauszögern mussten (was uns ein Paar böse Blicke mitreisender Chinesen einbrachte) aber wir alle konnten zumindest ein Paar Stunden schlafen. Das Reisen mit kleinen Kindern hat auch Vorteile. Priorität an allen Schaltern, ein Blick ins Cockpit und eine Süßigkeiten flatrate während dem Flug ☺️

Jetzt freuen wir uns auf unser neues zu Hause und blicken gespannt in die Zukunft!

Der Countdown läuft

So, lange haben wir davon geredet – nun ist es so weit. Alle Flüge sind gebucht, jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Am 29.5.2019 starten wir gemeinsam in unser chinesisches Abenteuer.

Sind wir aufgeregt? Jaaaa

Freuen wir uns? Jaaaa

Sind wir traurig unsere Freunde/Familie zurückzulassen? Jaaaa

Unser Motto: Besser auf neuen Wegen etwas stolpern, als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten.

Chinesisches Sprichwort
Die letzten Kartons werden abgeholt. Der Rest muss in die Koffer passen … 🙂
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